Republikanische Verfassung bis Mai 2010

17. November 2008, 10:34
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Fraktionen in der Konstituierenden Nationalversammlung einigen sich in Kathmandu

Kathmandu - Nach der Abschaffung der Monarchie wird Nepal bis Ende Mai 2010 eine republikanische Verfassung erhalten. Darauf haben sich die Fraktionen in der Konstituierenden Nationalversammlung geeinigt, wie deren Vorsitzender Mukund Sharma am Montag in der Hauptstadt Kathmandu bekanntgeben ließ. Die stärkste Abgeordnetenfraktion - 220 von 601 Volksvertretern - stellen die Maoisten unter ihrem Führer, dem neuen Ministerpräsidenten Pushpa Kamal Dahal, genannt Prachanda.

Nach der Absetzung von König Gyanendra im Frühjahr und der Ausrufung der Republik hatte die Versammlung den Politiker Ram Baran Yadav von der Kongresspartei zum ersten Staatspräsidenten gewählt. Eine Allparteienvereinbarung vom November 2006 hatte nach dem Ende der Königsdiktatur einen Schlussstrich unter den zehnjährigen Bürgerkrieg in dem Himalaya-Staat mit mehr als 13.000 Toten gezogen.

Der entthronte Gyanendra hatte 2001 den Thron des hinduistischen Landes bestiegen, nachdem sein älterer Bruder, König Birendra, dessen Frau Königin Aishwarya und weitere Mitglieder der Herrscherfamilie im Palast erschossen worden waren. Von einer Untersuchungskommission war Birendras Sohn Kronprinz Dipendra, der angeblich anschließend Selbstmord verübte, für das Blutbad verantwortlich gemacht. In der Bevölkerung herrschen erhebliche Zweifel an der offiziellen Version der damaligen Geschehnisse. (APA/AP)

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