Meistgesuchter ETA-Terrorist in Frankreich festgenommen

17. November 2008, 17:44
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Mutmaßlicher Militärchef "Txeroki" in Pyrenäen-Skiort gefasst - Soll Anschlag auf Madrider Flughafen im Dezember 2006 befohlen haben

Er wurde von der spanischen Polizei gesucht wie kein zweiter. Jetzt ging Eta-Militärchef Mikel Garikoitz Aspiazu alias "Txeroki" den Ermittlern in die Fänge. Der 35-jährige Separatist wurde in einer gemeinsamen Aktion der französischen Gendarmerie und der spanischen Guardia Civil in der Nacht zum Montag im Cauterets in den südfranzösischen Pyrenäen im Schlaf überrascht. Er und seine Begleiterin waren bewaffnet. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Verhafteten nach Spanien ausgeliefert werden" , erklärte der französische Innenminister Michèle Alliot-Marie. Txeroki gilt als wichtigster Vertreter des harten Kerns der Eta. Bereits während des 14-monatigen Waffenstillstandes, den Eta am 24. März 2006 ausrief, baute der seit 2002 in Frankreich untergetauchte die neue Kommandos auf.

Als die Verhandlungen mit der spanischen Regierung ins Stocken gerieten war Txerokis Augenblick gekommen. Sein Flügel setzte sich gegen ältere und gemäßigtere Führungsmitglieder durch. Als Eta die Waffenruhe im Juni 2007 endgültig brach, schickte der Militärchef seine Pistoleros aus. Der erste schwere Anschlag verübten die Separatisten nur wenige Tage vor der Wahl im März 2008. Bomben auf Urlaubsziele und auf öffentliche Einrichtungen folgten in den kommenden Monaten. Im Dezember 2007 wurden in Südfrankreich zwei Beamte der Guardia Civil auf einem Parkplatz ermordet. "Txeroki" soll damit geprahlt haben, höchstpersönlich geschossen zu haben.

Er stammt aus der Szene des Kale Borroka, des Straßenkampfes, bei dem Jugendliche Anschläge gegen nichtnationalistische Basken verüben und Auseinandersetzungen mit der Polizei suchen. (Reiner Wandler aus Madrid/DER STANDARD, Printausgabe, 18.11.2008)

 

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    Französische Polizisten am Ort der Verhaftung in Cauterets.

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    Mikel Garikoitz Aspiazu Rubina soll unter anderem auch den Befehl zu dem Autobombenanschlag im Dezember 2006 auf den Madrider Flughafen gegeben haben.

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