Zwei Jahre Gefängnis für burmesische Journalistin

16. November 2008, 19:51
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Wegen Bericht über Protest gegen unzureichende Versorgung von Zyklonopfern

Rangun  - Wegen ihres Berichts über Proteste von Zyklonopfern ist eine Journalistin in Burma zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das berichteten Kollegen von Ein Khang Oo am Samstag in Rangun. Vor dem am Freitag ergangenen Urteil sei sie bereist fünf Monate in Haft gewesen. In der Urteilsbegründung sei der Bericht als "Störung der Ruhe" bezeichnet worden. Der Prozess fand in dem vom Militär beherrschten Burma unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Ein Khaing Oo war als Reporterin einer burmesischen Wochenzeitung am 10. Juni verhaftet worden, als sie über eine Demonstration von rund 20 Opfern des Zyklons "Nargis" vor einem UNO-Büro berichtete, die sich über mangelnde Versorgung durch die Militärregierung beschwerten. Die Junta war wegen ihrer zögerlichen Reaktion auf die Naturkatastrophe international kritisiert worden, in der im Mai nach offiziellen Angaben 84.537 Menschen umkamen.

Aus Justizkreisen verlautete am Samstag, dass die geheim tagenden Gerichte am Vortag in Rangun und Mandalay gegen weitere Oppositionelle Strafen zwischen zwei und 16 Jahren verhängt hätten. Damit wurden in jüngster Zeit mehr als 60 Oppositionelle verurteilt. In mehreren Fällen lautete das Strafmaß auf 65 Jahre Gefängnis. Viele der Verurteilten hatten im vorigen Jahr an Protesten gegen das seit 1962 regierende Militär teilgenommen. In Kürze sei mit weiteren Urteilen gegen Demonstranten zu rechnen, hieß es weiter. Die Gerichte seien angewiesen worden, wegen der Vielzahl der Fälle Überstunden einzulegen und auch am Wochenende zu arbeiten.

Nach Schätzung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International gibt es in Burma derzeit 2.100 politische Gefangene, darunter Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Suu Kyi stand mehr als zwölf der vergangenen 19 Jahre unter Hausarrest. (APA/Reuters/AP)

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