Schweden verbietet Streubomben - Finnland hält weiter an ihnen fest

16. November 2008, 17:55
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Unterzeichnung der Dubliner Konvention am 3. Dezember in Oslo

Stockholm - Schweden wird das internationale Abkommen zum Verbot von Streubomben am Anfang Dezember in Oslo unterzeichnen und künftig auf die Gripen-Munition "Bombkapsel 90" verzichten. Das kündigte Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt am Sonntag in einem Radiointerview an. Reinfeldt sagte, die Entscheidung sei "ein wichtiger Beitrag" zu den Abrüstungsbemühungen Schwedens. Schweden hatte bisher mit seiner Entscheidung gezögert.

Das benachbarte Finnland will das Abkommen dagegen weiterhin nicht unterzeichnen. Trotz heftiger Kritik von NGOs und Friedensaktivisten hält das nordeuropäische Land an den umstrittenen Waffen fest. Die finnischen Militärstrategen halten Streubomben für die nationale Verteidigung wegen der langen Grenze mit Russland für unerlässlich. Ebenfalls nicht unterzeichnen wollen Länder wie die USA, Russland, Israel und China.

Zuletzt wurden Streubomben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) im Krieg zwischen Georgien und Russland von den Armeen beider Seiten im August eingesetzt. Mindestens 25 Zivilisten sollen nach Angaben von HRW in Georgien und im separatistischen Südossetien Streubomben getötet worden sein.

Streubomben oder auch "Clustermunition" genannte Bomben und Artilleriemunition gehören ähnlich wie die weltweit bereits seit längerem geächteten Landminen als besonders heimtückische Waffen, da die einzelnen Sprengköpfe oft nicht alle explodieren und so noch Jahre später für Zivilisten gefährlich bleiben. Die im Frühjahr beschlossene Konvention von Dublin soll am 3. Dezember in Oslo von mehr als 100 Staaten förmlich unterzeichnet werden. (APA)

 

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