Leitl optimistisch: Aber es wird Lehre für Faymann sein

16. November 2008, 16:27
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Wirtschaftskammer-Präsident: Es geht weiter

Wien - Von einem Platzen der Koalitionsverhandlungen könne keine Rede sein. "So dramatisch sehe ich das nicht", erklärte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl zur jüngsten Entwicklung im Gespräch mit der APA. "Aber es soll sehr wohl für Werner Faymann eine gewisse Lehre sein. Er ist nicht mehr Wiener Stadtrat, er ist heute designierter Bundeskanzler. Und als Bundeskanzler hat man anders zu agieren, die Menschen zusammenzubringen, und nicht mit einseitigen nicht abgesprochenen Vorgängen hinauszugehen. Dass das Josef Pröll zutiefst irritiert, der sich bisher ausgesprochen fair verhalten hat, sehe ich ein".

Also wird das Vier-Augen-Gespräch, das Pröll nach der Absage der Großen Koalitionsrunde wollte, eine Art Kopfwäsche sein? - Leitl: "Das wäre nicht der richtige Ausdruck. Es geht um die innere Haltung. Um die Haltung, habe ich einen fairen Partner und bin ich bereit, im Rahmen eines gleichberechtigten Joint Ventures diese Partnerschaft zu leben oder will ich aus populistischen Überlegungen den anderen überrunden". Letzteres könne ein oder zwei Mal gut gehen, "aber dann ist die Sache am Ende. Ich weiß es. Wenn ich einmal mit (ÖGB-Präsident Rudolf, Anm.) Hundstorfer so umgegangen wäre, hätten wir die Sozialpartnerschaft nicht leben können. Faymann hat eine besondere Verantwortung".

Er gehe aber davon aus, dass "beim heutigen Gespräch Faymann-Pröll die Sache ausgeredet wird". Jedenfalls "geht es weiter. Aber ich würde das, was jetzt ist, nicht unterschätzen". Er sei überzeugt, dass die Koalition zustande kommt, aber wenn die heutige Sache nicht ausgeräumt werde, "steht das ganze nicht unter einem guten Stern". (APA)

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