Griechische und türkische Kriegsmarine auf Konfrontation

16. November 2008, 14:23
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Suche nach Erdöl: "Minikrise" um Hoheitsrechte 150 km vor der Küste von Rhodos

Athen - Die Suche nach Öl unter dem Meeresboden hat am Wochenende in der Ägäis zu Spannungen zwischen den beiden Anrainerstaaten Griechenland und der Türkei geführt. Ein norwegisches Forschungsschiff hatte im Auftrag der türkischen Regierung 80 Seemeilen (148 km) südöstlich der griechischen Insel Rhodos mit einem Ultraschall-Sonar nach Erdöl unter dem Meeresboden gesucht. Athen betrachtet diese Region aber als seinen Festlandsockel und beansprucht das alleinige Erkundungsrecht.

In dem Seegebiet standen sich daraufhin für mehrere Stunden ein griechisches Kanonenboot und eine türkische Fregatte gegenüber. Die beiden Kapitäne forderten sich gegenseitig per Funk auf, die Region zu verlassen, berichtete der griechische Rundfunk. Die "Minikrise" sei zunächst beendet worden, nachdem das norwegische Schiff die Erkundungen einstellte und sich beide Kriegsschiffe zurückzogen.

"Diskrete" Beobachtung auf Distanz

Zuvor hatte die griechische Außenministerin Dora Bakogianni mit ihrem norwegischen Kollegen telefonisch Kontakt aufgenommen, hieß es aus dem Athener Außenministerium. Die beiden Kriegsschiffe beobachteten sich aus "sicherer Distanz diskret weiter", berichteten griechische Medien.

Griechenland und die Türkei standen 1996 wegen Streitigkeiten um Hoheitsrechte in der Ägäis kurz vor kriegerischen Auseinandersetzungen. Athen und Ankara bemühen sich seitdem um Entspannung. Es kommt jedoch immer wieder in der Luft und zu Wasser zu ähnlichen Zwischenfällen. (APA/dpa)

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