Saudi-Arabien lehnt Sonderbeiträge zum IWF ab

16. November 2008, 10:35
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Vorschlag des britischen Premiers zurückgewiesen

Washington - Saudi-Arabien hat nach den Worten seines Finanzministers Ibrahim al-Assaf nicht die Absicht, dem IWF oder anderen internationalen Institutionen mit zusätzlichen Mitteln unter die Arme zu greifen. Dafür gebe es keine Notwendigkeit, sagt Assaf der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag am Rande des Welt-Finanzgipfels in Washington. Er reagierte damit auf Forderungen des britischen Premierministers Gordon Brown, das Nahost-Königreich solle wegen seiner hohen Devisenreserven mit zusätzlichen Beiträgen zum Internationalen Währungsfonds (IWF) mithelfen, die Folgen der Finanzkrise für Schwellenländer abzufedern.

"Das ist seine Meinung, aber nicht unsere", sagte Assaf zum Vorstoß Browns. "Wir werden nicht mehr und nicht weniger als andere zahlen." Saudi-Arabien habe und werde seine Rolle bei der Lösung der Krise verantwortungsvoll wahrgenommen. "Aber nur weil wir hohe Reserven haben, werden wir die Institutionen nicht finanzieren." Saudi-Arabien brauche das Geld für die eigene nationale Entwicklung. Das Königreich nehme entgegen vieler Gerüchte nicht am Finanzgipfel teil, "um die Rechnung zu bezahlen". Saudi-Arabien sei aber ein großzügiges Geberland.

König Abdullah habe beim Krisentreffen der 20 größten Volkswirtschaften in Washington die Notwendigkeit einer gleichmäßigen Lastenverteilung unter allen IWF-Mitgliedern unterstrichen, sage Assaf weiter. Der Monarch habe zudem auf das 400 Milliarden Dollar (316 Mrd. Euro) schwere Programm Saudi-Arabiens zur Entwicklung der Ölindustrie und des staatlichen Sektors hingewiesen. (APA/Reuters)

 

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