J. B. Grange in Levi unerreicht

16. November 2008, 11:07
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Der Franzose gewinnt den Slalom vor Bode Miller. Bester Österreicher wird Mario Matt als dritter. Raich nach Fehler ausgeschieden

Levi - Mario Matt hat im zweiten Saisonrennen den ersten Podestplatz im Ski-Weltcup 2008/09 für Österreichs Herren geholt. Während beim Slalom-Auftakt in Levi Benjamin Raich und Reinfried Herbst ausschieden und Patrick Bechter als Zehnter überraschte, stürmte der Doppelweltmeister aus Tirol am Sonntag von Platz neun aus noch zu Rang drei. Und zwar hinter dem überlegenen Sieger Jean-Baptiste Grange aus Frankreich sowie US-Star Bode Miller, dem damit nach fast vier Jahren ein sehenswertes Slalom-Comeback gelang.

Raich und Herbst out

Eigentlich hätte man aus der neunköpfigen ÖSV-Truppe in Levi eher Raich und oder Herbst auf dem Slalom-Podium erwarten dürfen. Raich war nach Lauf eins hinter Grange, Ted Ligety und Miller Vierter gewesen, Herbst trotz eklatantem Trainingsrückstand überraschend Fünfter. Doch als es um den Sieg ging, schieden auf dem trickreichen Finalkurs des Kroaten-Trainers Ante Kostelic beide beim Übergang zum Steilhang aus.

Herbst ("Schade, ich muss aber trotzdem zufrieden sein") rutschte nach zu viel Innenlage aus. Raich touchierte mit der Skispitze eine Torstange, geriet dadurch so aus der Balance, dass er am übernächsten Tor vorbeifuhr. "Die Enttäuschung ist besonders groß, weil ich kaum im Lauf drin und auch schon wieder draußen war. Schade, hier wäre was drin gewesen", ärgerte sich der Tiroler, der um die große Kugel kämpft, mit seinen 50 Punkten von Sölden im Weltcup aber nur auf Platz sieben liegt. "Ich hoffe, damit habe ich die negativen Dinge gleich am Saisonbeginn erledigt", seufzte der Tiroler.

Wirklich strahlen konnten nach dem ersten Saisonslalom nur zwei Österreicher. Vor allem Matt, der dafür sorgte, dass die ÖSV-Herren am Levi Tunturi nicht wie 24 Stunden zuvor die Damen leer ausgingen. "Ich bin voll zufrieden. Ich weiß ja, dass ich total schnell bin", sagte ein glücklicher Matt. Hätte er nicht im ersten Lauf Grip-Probleme gehabt, wäre vielleicht sogar mehr möglich gewesen. "Dadurch habe ich auch im zweiten Lauf den Ski etwas zu fest hingeknallt. Insgesamt bin ich aber sehr happy", meinte der Arlberger.

Bechter zweitbester ÖSV-Fahrer

Das Aus von Raich und Herbst machte aus Bechter den Überraschungsmann des Tages. Der Vorarlberger, der bereits aus der ÖSV-Mannschaft geflogen war und nach einem Skiwechsel mit den Kroaten mittrainiert hatte, überraschte als zweitbester ÖSV-Fahrer. Dabei hatte sich Bechter nach einem Skiwechsel zu Fischer ("Passt perfekt zu meinem Stil") den letzten Levi-Startplatz erst in der internen Qualifikation gesichert. "Jetzt sollte ich meinen Platz in den nächsten Rennen aber sicher haben", jubelte der Dornbirner. Die Verbannung aus dem Team sah er konstruktiv. "Das hat mir nicht geschadet. Ich musste dadurch nachdenken, was ich wirklich will."

Der überragende Slalom-Mann war aber einmal mehr Grange. Der Franzose war schon im Vorwinter mit drei Siegen der dominierende Slalomfahrer gewesen, hatte aber beim Finale die Nerven weggeschmissen und dem Südtiroler Manfred Mölgg (fiel in Levi aus) die Kugel überlassen. Dabei ist der 24-Jährige aus Valloire für einen Franzosen eher "untypisch" ruhig und nervenstark.

"Ich wollte hier gewinnen, ich habe es getan. Wahrscheinlich, weil ich jetzt auch im Steilen schnell bin", freute sich der langbeinige Grange, der als Weltcup-Führender vor Miller in die Übersee-Tournee geht. Sölden-Sieger Daniel Albrecht aus der Schweiz qualifizierte sich in Levi ebenso nicht für den zweiten Lauf wie Rainer Schönfelder und der Norweger Aksel Lund Svindal. (APA)

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    Der Franzose Grange blieb in Levi eine Klasse für sich.

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