Weißes Haus lehnt zusätzliche Hilfen für Autohersteller ab

15. November 2008, 20:24
25 Postings

Verkäufe von General Motors und Ford eingebrochen - US-Autogewerkschaft macht Druck

Washington - Das Weiße Haus lehnt es ab, mit dem Rettungspaket für den Finanzsektor auch der angeschlagenen Autobranche zu helfen. Hilfen für die heimische Autoindustrie müssten aus dem Paket kommen, das der US-Kongress bereits im September beschlossen habe, um amerikanische Autos zukunftsfähiger zu machen, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am Samstag in Washington. Das 700-Milliarden-Dollar-Programm dagegen solle wie geplant allein der Bekämpfung der Finanzkrise dienen, bekräftigte sie.

Der US-Kongress hatte bereits Ende September beschlossen, die Entwicklung Sprit sparender Autos mit verbilligten Darlehen in Höhe von 25 Milliarden Dollar zu fördern. Allgemein wird damit gerechnet, dass die Demokraten in der kommenden Woche im Kongress beantragen werden, weitere 25 Milliarden Dollar aus dem US-Rettungspaket für den Finanzsektor für die angeschlagene Autoindustrie abzuzweigen.

Die Zurückhaltung der US-Konsumenten hatte die Verkäufe der US-Autobauer General Motors und Ford in den vergangenen Monaten dramatisch einbrechen lassen.

Gewerkschaft macht Druck

Der Chef der US-Autogewerkschaft UAW drängt auf zügige Hilfen für die angeschlagene Autoindustrie. Die drei großen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler seien für die Wirtschaft extrem wichtig und bräuchten die Unterstützung so schnell wie möglich - noch bevor der neue US-Präsident Barack Obama im Januar sein Amt antritt, sagte Ron Gettelfinger am Samstag in einer seiner seltenen Pressekonferenzen. Sollte einer der Hersteller Bankrott gehen, würde er höchstwahrscheinlich die anderen mitreißen, mahnte er. Die Handlungsspielräume eines noch
amtierenden US-Präsidenten gelten zwischen Wahl und Amtsübergabe als stark eingeschränkt, weshalb er auch als "lahme Ente" (lame duck) bezeichnet wird.

Der US-Senat wird nach Angaben des demokratischen
Mehrheitsführers Harry Reid am Montag über das geplante 25
Milliarden Dollar schwere Hilfsprogramm für die Autoindustrie beraten. Zudem könnten weitere 25 Milliarden Dollar für einen Pensionsfonds der UAW bereitgestellt werden, um bei den Unternehmen Finanzmittel für das operative Geschäft freizusetzen. GM droht Anfang des Jahres das Geld auszugehen. Die deutsche Tochter Opel hat bei der Bundesregierung und bei allen Bundesländern, in denen es Opel-Werke gibt, angeklopft und um finanzielle Unterstützung gebeten.

Vorwürfe, die UAW trage Mitschuld an der desolaten Situation der US-Autobauer wies Gettelfinger zurück. "Wir haben dramatische, dramatische Zugeständnisse gemacht", sagte der Gewerkschaftschef. (APA)

 

Share if you care.