Abgeordneter der Linkspartei ließ wikipedia.de sperren

17. November 2008, 12:40
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Gericht: Sperrung inzwischen wieder aufgehoben

Hamburg/Lübeck - Der Linken-Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann hat vergangene Woche eine richterliche Sperrung des Online-Lexikons "wikipedia.de" erwirkt. Wie der Verein auf seiner Homepage am Samstag mitteilte, hatte das Landgericht Lübeck Wikimedia Deutschland e.V. per einstweiliger Verfügung vom 13. November untersagt, "die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten" - solange "unter der Internet-Adresse de.wikipedia.org" bestimmte Äußerungen über Heilmann vorgehalten werden.

Streit um Werdegang

Heilmann hat inzwischen seinen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung gegenüber dem Landgericht Lübeck rechtswirksam zurückgezogen, sagte Richterin Gesine Brunkow am Montag. Damit dürfe Wikimedia Deutschland auf der Website des Vereins wieder auf die deutschsprachige Wikipedia (de.wikipedia.org) verlinken, sagte die Gerichtssprecherin.

Der frühere Mitarbeiter der DDR-Stasi Heilmann hatte am vergangenen Donnerstag eine Sperrung der Weiterleitung von wikipedia.de auf das in den USA beheimatete Angebot von Wikipedia beantragt, da nach seiner Ansicht in einem Wikipedia-Artikel unwahre Behauptungen über ihn aufgestellt wurden. Das deutschsprachige Internet-Lexikon Wikipedia war aber weiterhin über die Adresse de.wikipedia.org zu erreichen.

Nach einem Proteststurm im Internet erklärte Heilmann am Sonntag, die von ihm monierten Behauptungen seien inzwischen entfernt worden, und die Seite wikipedia.de könne wieder freigeschaltet werden. Auf seiner eigenen Website erklärte Heilmann, der juristische Weg habe sich für diese Auseinandersetzung "insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden". Das sei nicht seine Absicht gewesen. (APA/red)

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