Georgier bei Schießerei getötet

15. November 2008, 18:51
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Zwischenfall im Grenzgebiet der abtrünnigen Region Abchasien - Gegenseitige Schuldzuweisungen

Moskau - Bei einer Schießerei zwischen georgischen Polizisten und Soldaten des abtrünnigen Gebietes Abchasien sind ein Georgier getötet und mindestens zwei Georgier verletzt worden. Beide Seiten gaben sich am Samstag gegenseitig die Schuld an dem Konflikt.

Nach abchasischer Darstellung hatten Grenzsoldaten bei der Stadt Gali eine sechsköpfige Gruppe entdeckt, die aus dem georgischen Kernland eindringen wollte. Es sei zu einem Schusswechsel gekommen, bei dem ein Angreifer getötet und mindestens zwei verwundet worden seien, teilten die Behörden in der Hauptstadt Suchumi nach Angaben der Agentur Interfax mit. Das Innenministerium in Tiflis sprach hingegen von einer Attacke auf eine georgische Patrouille von abchasischer Seite.

EU-Beobachter

Der Zwischenfall sei den Beobachtern der Europäischen Union bekannt, sagte ein Sprecher des Ministeriums. In den Sicherheitszonen vor Abchasien und dem ebenfalls abtrünnigen Gebiet Südossetien sind mehr als 200 EU-Beobachter unter Führung des deutschen Diplomaten Hansjörg Haber im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen.

Auch nach dem August-Krieg zwischen Russland und Georgien kam es im Südkaukasus immer wieder zu Zwischenfällen. Die Führung in Tiflis erhebt nach dem verlorenen Waffengang weiter Anspruch auf die beiden Regionen. In den von Moskau als unabhängig anerkannten Abchasien und Südossetien hat Russland zum Schutz vor Angriffen aus Georgien Soldaten stationiert.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte am Samstag vor einem Scheitern der Georgien-Konferenz nächste Woche in Genf. Eine Einigung sei auch wichtig, um Flüchtlingen und Vertriebenen die Rückkehr zu ermöglichen, sagte Lawrow in Moskau. Mitte Oktober war in Genf die erste internationale Konferenz über die Nachkriegslage im Südkaukasus ergebnislos abgebrochen worden. Ein Grund war die Weigerung Georgiens, die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien als unabhängige Verhandlungspartner zu akzeptieren. (APA/dpa)

 

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