Palanders Karriere in der Schwebe

15. November 2008, 15:39
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Viele Comebacks in Levi, nur die Leidensgeschichte des 31-jährigen Finnen ohne Ende - Coach Leitner: "Wenn es einer schafft, dann er"

Levi - Aksel Svindal, Manfred Pranger, Silvan Zurbriggen, ja selbst die "uralten" Tom Grandi (36) und Patrick Järbyn (39) geben nach schweren Verletzungen bzw. Rücktritten in dieser Saison ein Comeback im Skiweltcup. Nur Kalle Palander wird man so schnell nicht wieder auf den Pisten sehen. Der 31-jährige Finne pausiert seit vergangenem Februar und muss wohl auch für den Rest der WM-Saison passen. Palander dementierte in Levi aber heftig, dass er seine Karriere bereits so gut wie beendet habe.

Solche Gerüchte waren zuletzt immer wieder aufgetaucht. "Alles Unsinn. Natürlich werde ich erst wieder fahren, wenn ich hundertprozentig fit bin, also vielleicht auch erst nächstes Jahr in Sölden. Aber mein derzeitiges Ziel ist, am Ende der laufenden Saison noch einige Rennen zu fahren", beteuerte Palander in Levi, wo sein kanadischer Fischer-Markengefährte Grandi wegen der Heimspiele 2010 in Vancouver nach Rücktritt und über einem Jahr Pause ein Comeback feierte.

Palander selbst kann hingegen nur Zuschauen. Dennoch hat der Slalom-Weltmeister von 1999 und Sieger von 14 Weltcuprennen selbst die WM im kommenden Februar in Val d'Isere noch nicht ganz abgeschrieben. "Ich weiß, es ist total verrückt. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben."

Die Stressfraktur im rechten Unterschenkel, die Palander eine einzigartige Leidensgeschichte eingebracht hat, dürfte schon ziemlich lange bestehen. "Jedenfalls ist er der einzige Skifahrer, der mit einem gebrochenen Schienbein ein Weltcuprennen gewonnen hat", erinnerte Palanders österreichischer Coach Christian Leitner an den Riesentorlauf-Triumph seines Schützlings vergangenen Dezember in Alta Badia.

Ende Jänner ertrug der schmerzresistente Finne dann im Schladming-Slalom aber die Probleme nicht mehr. Der Bruch wurde danach operativ mit einer Platte fixiert, irgendetwas ging dabei aber schief. Denn beim Sommertraining in Argentinien brach Palander vor Schmerzen zusammen und musste auf Krücken die Heimreise antreten.

ÖSV-Arzt Dr. Artur Trost stellte danach fest, das der Knochen des Finnen bereits zerfressen und die Schrauben locker waren. Danach musste der Unterschenkelknochen Palanders in Finnland neu modelliert und ein 35 Zentimeter langer Nagel eingesetzt werden. Dieser muss nun aber voraussichtlich neuerlich fixiert werde. Wenn dem so ist, wird man Palander, dessen rechter Oberschenkelumfang um fünf Zentimeter abgenommen hat, wohl frühestens im nächsten Winter wiedersehen.

"Keiner außer Kalle hält so etwas aus. Wenn jemand trotz so einer Verletzung ein Comeback schafft, dann er", traut Leitner seinem Schützling dennoch eine Rückkehr zu. Immerhin ist Palander immer noch Aushängeschild von Finnlands Alpinfahrern. "Sein Ausfall ist in etwa so, wie wenn Svindal in Norwegen und Benni Raich in Österreich plötzlich fehlt", ist Leitner überzeugt. "Mit seinen 14 Siegen wäre Kalle selbst in Österreich der zweit- oder dritterfolgreichste Fahrer und ein echter Star."

Palander selbst gab sich in Levi aber durchaus gut gelaunt. "Radfahren kann ich schon wieder. Und am Wochenende war ich erstmals Langlaufen. Klassisch", versicherte er. (APA)

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