Djokovic trifft auf Dawydenko

15. November 2008, 13:56
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Als Nummer drei gese­tzter Serbe benötigte gegen Franzosen Simon drei Sätze - Russe hatte mit Murray in zwei Sätzen keine Probleme

Shanghai - Das Finale des mit insgesamt 4,45 Millionen Dollar dotierten Masters Cup in Shanghai lautet Novak Djokovic gegen Nikolaj Dawydenko. Der Australian-Open-Sieger rang den Franzosen Gilles Simon nach fast drei Stunden mit 4:6,6:3,7:5 nieder, im Anschluss setzte sich der Russe Dawydenko gegen einen müden Andy Murray mit 7:5,6:2 durch. Murray, der am Vortag in einem Marathon Roger Federer eliminiert hatte, präsentierte sich dabei nicht in absoluter Höchstform.

Djokovic, der bei seinem WM-Debüt im vergangenen Jahr ohne Satzgewinn geblieben war, freut sich ebenso über sein erstes Endspiel beim Masters Cup wie Dawydenko. Die beiden haben in der Goldenen Gruppe schon in der Vorrunde gegeneinder gespielt, Djokovic war damals in drei Sets erfolgreich geblieben.

Glücklicher Djokovic

"Dies ist der Masters Cup und die besten acht Spieler des Jahres spielen hier. Es ist ein Riesenerfolg für mich, hier im Endspiel zu stehen", sagte der Weltranglisten-Dritte Djokovic. Während der vor ihm postierte vierfache Champion Federer ebenso wie nach einer Verletzung auch Andy Roddick schon in der Vorrunde ausschieden und der spanische Olympiasieger und Weltranglisten-Leader Rafael Nadal erst gar nicht anreiste, bewies Djokovic am Ende einer kräftezehrenden Elf-Monate-Saison Stärke.

Allerdings machten auch dem Serben muskuläre Wehwehchen zu schaffen. Im dritten Satz musste er sich an der linken Wade behandeln lassen, gab nach dem Match aber Entwarnung: "Das war nicht so schlimm. Es waren nur leichte Krämpfe, weil ich so viel laufen musste. Morgen bin ich sicher wieder topfit."

Murray gegen Dawydenko müde

Das galt für den während der WM-Woche überraschend stark auftrumpfenden Madrid-Sieger Murray nur bedingt. Der Tennis-Krimi gegen Federer steckte ihm im Halbfinale gegen den Weltranglisten-Fünften Dawydenko offensichtlich noch in den Knochen. Und das nutzte der seit jeher zu den fittesten Spielern auf der ATP-Tour zählende "Dauerläufer" aus Russland gnadenlos aus. Für Murray wurde es damit nichts aus der 1,34 Millionen-Dollar-Prämie für den Fall, dass er das Turnier ohne Matchverlust gewinnt. Vielleicht wäre ein Haushalten mit den Kräften gegen Federer auch mit dem Risiko einer Niederlage ratsamer gewesen.

Djokovic war hingegen hocherfreut: "Es ist ein großer Erfolg für mich, hier das Finale zu erreichen", meinte Djokovic. "Es wäre großartig, wenn ich mit dem Titel abschließen könnte, meine letzten Monate dieser Saison waren ja nicht so toll." Das Märchen von Simon ist damit zu Ende, der Franzose war als Nadal-Ersatz zum Einsatz gekommen und u.a. nach einem Sieg über Federer überraschend bis ins Halbfinale vorgestoßen. "Ich habe die Nummer 2 geschlagen, ich habe gegen die Nummer 3 drei Sätze in drei Stunden gespielt, also wird mir das einiges Selbstvertrauen für nächstes Jahr geben", resümierte der 23-jährige Simon zufrieden. (APA/Reuters)

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    Die erste Masters-Finalteilnahme weckte Emotionen bei Djokovic.

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