Finanzkrise trifft auch US-Unis mit voller Wucht

14. November 2008, 18:45
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"Nie da gewesene Verluste" drohen

Cambridge - In Österreich wurde sie gerade abgeschafft. An der Harvard-Uni, der besten Hochschule der Welt, beträgt die jährliche Studiengebühr inklusive Unterkunft und Verpflegung exakt 47.215 Dollar. Vergangenes Jahr noch gab es auch an den privaten US-Elite-Unis Überlegungen, die Studiengebühren abzuschaffen, weil Harvard, Stanford und Co in den vergangenen Jahren dank ihrer geschickten Fondsmanager Milliarden anhäuften. Von einem Vermögen von 37 Milliarden US-Dollar konnte Drew Gilpin Faust im Vorjahr noch stolz berichten, als sie als erste Frau das Präsidentenamt der Harvard University übernahm.

"Nie da gewesene Verluste"

Gut ein Jahr später sieht sich Sache aufgrund der Finanzkrise sehr viel anders aus. Am Montag schrieb Drew Gilpin Faust eine E-Mail an alle Mitarbeiter und Studenten und warnte, dass der Uni "nie da gewesene Verluste" bevorstünden und eine "Zeit der Einschränkungen" kommen werde. Die Rating-Agentur Moody's jedenfalls prophezeite den reichen US-Unis für 2009 einen Vermögensverlust von 30 Prozent. Das würde für die Harvard University ein sattes Minus von 10 Milliarden Dollar bedeuten. Die Studiegebühr müsse deshalb erhöht werden, so Faust in ihrer E-Mail. Wenn auch nur "moderat". (tasch/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15./16. 11. 2008)

 

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