Schwarzer Zwiespalt

14. November 2008, 18:42
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Werner Faymann ist in Bedrängnis - Weil Josef Pröll in Bedrängnis ist

Werner Faymann ist in Bedrängnis. Weil Josef Pröll in Bedrängnis ist. So schnell wird es wohl doch nichts mit der großen Koalition, da hat der designierte VP-Chef Pröll vor allem in seiner eigenen Partei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Weil der Faymann so frech ist, ein übler Populist, der sich bei AUA und Post unnötig aufspielt und der ÖVP den schwarzen Willi, pardon, den schwarzen Peter zuschieben möchte.

Fakt ist, dass sich Faymann bei der ÖVP nicht gerade beliebt macht. Und dass Josef Pröll alle Hände voll zu tun hat, seinen Parteifreunden zu erklären, warum man mit diesem roten Ungustl, der sich jetzt mit Hilfe der Kronen Zeitung und Unterstützung der Gewerkschaft zum Retter der Postämter stilisiert, in eine Koalition gehen soll. Wo es doch auch eine Mehrheit rechts der Mitte gäbe.

Skepsis gegenüber Faymann, gegenüber der Krone und auch gegenüber der Gewerkschaft, insbesondere dann, wenn die drei zusammenspielen, ist durchaus angebracht. Was die schwarzen Rechtsverbinder aber übersehen: Selbst wenn Pröll mit der FPÖ wollte, er könnte nicht. Weil sich Heinz-Christian Strache verweigert. Die FPÖ könnte bei einer Regierungsbeteiligung nur verlieren. So viel strategische Weitsicht (bis 2013) hat auch Strache.

Pröll bleibt nur die Koalition mit der SPÖ. Er muss schauen, dass er ein gutes Verhandlungsergebnis zustande bekommt und er muss rasch zu einem Ergebnis kommen. Sonst zerfällt ihm die Volkspartei, in der die Länder jetzt schon über den Kurs zu streiten beginnen - über einen Kurs, den eigentlich der Chef vorgeben sollte. (Michael Völker/DER STANDARD Printausgabe, 15./16. November 2008)

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