"Mit Faymann ist kein Staat zu machen"

14. November 2008, 18:30
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Der steirische VP-Politiker Buchmann im STANDARD-Interview: Würde in einer großen Koalition nicht einmal ein Ministeramt annehmen

Standard: Sie haben ihre Funktion als stellvertretender Bundesparteiobmann mit den Worten "ein Wink mit dem Zaunpfahl" hingeschmissen. Was wollten Sie damit sagen?

Buchmann: Ich wollte der Parteispitze sagen, dass mit diesem Werner Faymann kein Staat zu machen ist. Das ist plumper Populismus, wie Faymann agiert, und mit einer solchen Partei wie dieser SPÖ will ich nicht im Boot, das den Wasserfall runterfährt, sitzen. Am Wochenende soll die Koalition finalisiert werden, und da hab ich die Reißleine gezogen. Ich muss ja nicht überall dabei sein.

Standard: Damit haben Sie sich natürlich selbst aus dem Rennen um ein Ministeramt, für das Sie genannt wurden, genommen.

Buchmann: Es ist ehrenvoll, genannt zu werden, aber ich verzichte. Ich fühle mich der Steiermark verpflichtet.

Standard: Was haben Sie denn gegen ihren Parteichef Josef Pröll?

Buchmann: Ich hab gar nichts gegen ihn, ich schätze ihn sogar. Aber er hat sich viel zu früh auf die große Koalition eingeschworen. Und ich sehe leider kein Signal, dass er beim Bundesparteitag die Basis darüber abstimmen lässt. Er hätte auch andere Optionen gehabt. Man hätte sich etwa um die FPÖ bemühen können. Wir werden uns den Koalitionspakt mit der SPÖ jedenfalls sehr genau anschauen. (Walter Müller/DER STANDARD Printausgabe, 15./16. November 2008)

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    Christian Buchmann hat kürzlich sein Amt als stellvertretender Bundesparteiobmann aufgegeben.

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