Italien: Streit um Plakat mit nackter Frau in gekreuzigter Pose

15. November 2008, 09:00
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Poster soll Opfer sexueller Gewalt zur Anzeige bewegen - Stadtratmitglied Maurizio Cadeo: Plakate verletzen die religiösen Gefühle der MailänderInnen

Rom-  In Mailand sorgt eine Kampagne gegen sexuelle Gewalt für heftige Diskussionen. Auf einem Plakat des Frauenschutzverbands "Telefono Rosa" ist eine nackte Frau zu sehen, die auf einem weißen Leintuch in gekreuzigter Pose liegt. Auf einem Tuch, das den Unterleib deckt, ist zu lesen: "Wer zahlt für die Sünden des Mannes?" Das Plakat wurde anlässlich des Welttages gegen sexuelle Gewalt am 25. November gedruckt.

Gegen die Kampagne stellte sich die Mailänder Gemeinde. Das Stadtratmitglied Maurizio Cadeo erklärte, die Plakate würden die religiösen Gefühle der MailänderInnen verletzen. Er appellierte an den Frauenverband, auf die Kampagne zu verzichten. Er wolle mit allen Mitteln verhindern, dass die Plakate in Mailand aufgehängt werden.

"Beeindruckendes Foto"

Die Gründerin von "Telefono Donna", Stefania Bartochetti, reagierte überrascht. "Als Katholikin denke ich, dass das Plakat keineswegs blasphemisch oder beleidigend ist. Wir haben ein beeindruckendes Foto gewählt, um mehr Opfer sexueller Gewalt zur Anzeige zu bewegen. Nur vier Prozent der vergewaltigten Frauen zeigen ihre Angreifer an", so Bartochetti. (APA)

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