NGO: Im Gaza-Streifen fehlen Nahrungsmittel, Medizin und Treibstoff

14. November 2008, 17:01
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Nach Schließung der Grenzen durch Israel - World Vision "sehr besorgt" über Situation - "Die Waffenruhe steht kurz vor dem Zusammenbruch"

Jerusalem/Wien - Nachdem Israel die Grenzen zum Gaza-Streifen geschlossen hat, fehlt es in dem Gebiet an Treibstoff für Stromgeneratoren, Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. Die Hilfsorganisation World Vision, die im Gaza-Streifen tätig ist, sei "sehr besorgt" über die derzeitige Situation, so Allyn Dhynes, Sprecher von World Vision Jerusalem, im Telefongespräch mit der APA. "Die Waffenruhe steht kurz vorm Zusammenbruch."

750.000 Menschen seien abhängig von der Lieferung von Nahrungsmitteln durch die Vereinten Nationen. Die Grundnahrungsmittel werden die Bedürftigen im Gaza-Streifen in den kommenden Tagen aber nicht erreichen - Israel lässt die Hilfskonvois der UNO nicht über die Grenze. "Die Menschen leiden zwar zu Zeit noch keinen Hunger, aber sie stehen unter Druck, weil sie die Grundnahrungsmittel, auf die sie sich verlassen, nicht mehr bekommen", erklärt Dhynes.

Zusätzlich fehlt es an medizinischer Versorgung, "vor allem, wenn es um spezielle Pharmazeutika geht", so der Sprecher. Beispielsweise gebe es keine Medikamente, um Krebs zu behandeln - außer man erhält sie am Schwarzmarkt, erzählt Dhynes. "Menschen, die lebensbedrohlich krank sind und spezielle Medizin brauchen, gingen nach Israel, sofern sie konnten. Jetzt, da die Grenzen geschlossen sind, dürfen selbst sie nicht mehr durch."

Jeden Tag seien etwa 30 Prozent der Menschen im Gaza-Streifen für mehrere Stunden am Tag ohne Strom, erzählt Dhynes. Die Stromausfälle resultieren aus einem Mangel an Treibstoff, der für den Betrieb der Generatoren gebraucht wird. "Am Mittwoch wurde eine kleine Menge Treibstoff hereingelassen, doch diese reichte nur einen Tag aus", so Dhynes. Die Hilfsorganisation befürchtet, dass vor allem ihre Landwirtschaftsprojekte durch den fehlenden Treibstoff in den nächsten Tagen erheblich eingeschränkt werden könnten - und damit wiederum ein Teil der Nahrungsmittelversorgung. (APA)

 

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