"Jet-Injektion" zur Tumorbekämpfung

15. November 2008, 10:22
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Erste klinische Studie prüft Machbarkeit

Berlin - Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben in einer klinischen Studie erstmals eine Technik erprobt, mit der sie genetisches Material mit hohem Druck direkt in einen Tumor injizieren können. Es zeigte sich, dass die so genannte Jet-Injektion ein Gen sicher und zielgenau in das Tumorgewebe bringt, berichten Wolfgang Walther und Peter M. Schlag im Journal "Clinical Cancer Research"(Vol. 14, Nr. 22, 7545-7553). Bei den 17 Patienten, die in dieser Studie eingeschlossen waren, seien keine Nebenwirkungen aufgetreten, hieß es in einer Aussendung des Centrums.

Im Gegensatz zu Techniken, bei denen Gene mit Hilfe entschärfter Viren in zu behandelnde Zielzellen geschleust werden, wird bei der Jet-Injektion das Genkonstrukt ohne Verpackung und in geringen Mengen direkt in das Tumorgewebe eingebracht. "Im Gegensatz zu Viren, deren Anwendung noch immer mit Problemen verbunden sein kann", so Walther, "wird der Einsatz sogenannter nackter Genkonstrukte als sicher eingestuft." Außerdem ist die Jet-Injektion weniger aufwändig und wäre deshalb in der Klinik breit anwendbar.

In einer nächsten Studie wollen die Wissenschaftler mit Hilfe der Jet-Injektion Gene einsetzen, die im Tumorgewebe den programmierten Zelltod auslösen sollen. Eine Kombination mit anderen Therapien, wie z.B. der Chemotherapie, könnte die Wirkung gegen den Tumor verbessern. "In Tierversuchen konnten wir bereits zeigen", so Walther, "dass der Tumor mit Hilfe dieser Technik kleiner wird." (red)

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