Gewalt gegen Lehrer und Schüler nimmt zu

14. November 2008, 15:53
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Studie: Jeder zehnte Pädagoge in Niederösterreich wurde bereits körperlich angegriffen - Weiterbildung und Prävention werden als Gegenmaßnahme vorgeschlagen

Wien - 90 Prozent der Lehrer an niederösterreichischen Volks-, Haupt- und Sonderschulen, Gymnasien und Polytechnischen Schulen sagen laut einer Studie des "Instituts für die Stressprophylaxe und Salutogenese" (ISS) in Matzen (Niederösterreich), dass Schüler in den vergangenen Jahren gewaltbereiter geworden sind - und zwar sowohl im Umgang mit ihren Mitschülern, als auch mit den Pädagogen selbst.

13 Prozent der befragten 705 Lehrer geben an, im Schuljahr 2007 körperlich von Schülern attackiert worden zu sein.

Zunahme an Gewalt unter SchülerInnen

Acht von zehn Lehrern berichten von einer Zunahme der Beschimpfungen unter Schülern. 62 Prozent orten mehr Drohungen und je 65 Prozent mehr "Raufen und Schläge" sowie "Vandalismus". Jeder dritte Lehrer hat im vergangenen Schuljahr gesehen oder von Dritten erfahren, dass Kinder oder Jugendliche an seiner Schule unsittlich berührt wurden.

Im Umgang mit Lehrern gibt es laut Studie mehr massive Unterrichtsstörungen als früher (69 Prozent Zustimmung), mehr Beschimpfungen (53 Prozent) und Beleidigungen (49 Prozent). Rund 80 Prozent der Pädagogen wurden im Schuljahr 2007 selbst von Schülern provoziert, 70 Prozent haben mitbekommen, dass Lehrer verächtlich gemacht wurden. Fast jeder Fünfte gibt an, dass bereits sein Eigentum von Schülern beschädigt wurde. 90 Prozent berichten außerdem für diesen Zeitraum von der Beschädigung von Schuleigentum, jeder Fünfte von der Beschädigung von Fahrzeugen am Schulgelände.

Prävention

Für die Studie wurden auch 885 Eltern befragt. Diese sehen zwar wie die Lehrer eine Zunahme der Gewaltbereitschaft, aber in geringerem Ausmaß. So haben etwa nur 48 Prozent der Eltern im vergangenen Schuljahr Gewaltdrohungen unter Schülern beobachtet, gegenüber 89 Prozent der Lehrer.

Um das Gewaltpotenzial der Schüler zu verringern, halten je etwa 90 Prozent der Lehrer und Eltern Lehrerweiterbildung oder externe Präventionsprogramme für sinnvolle Maßnahmen. Rund drei Viertel der Lehrer befürworten außerdem speziell ausgebildete Mitschüler als Streitschlichter; unter den Eltern unterstützen 60 Prozent diesen Vorschlag. Ebenso viele Eltern sind für eine "stärkere Präsenz von externen Aufpassern", unter den Lehrern sind es 48 Prozent. (APA)

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