Die "Supermaus" lebt länger und ist weniger krebsanfällig

14. November 2008, 15:12
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Aktivität eines Telomerase-Gens wurde verändert und zugleich die Arbeit mehrerer Gene verstärkt

Madrid - Spanische Forscher haben eine genveränderte "Supermaus" geschaffen, die länger lebt und weniger krebsanfällig ist. Grundlage der Arbeit war die Rolle des "Jungbrunnen-Enzyms" Telomerase beim Altern, wie die Molekularbiologin Maria Blasco vom Nationalen Spanischen Krebsforschungszentrum (CNIO) in Madrid nach Presseberichten vom Freitag erläuterte. Die Telomerase schütze die Zellen zwar vor dem Altern, fördere aber zugleich die Tumorbildung.

Bei der "Supermaus" kombinierte das Team um Blasco nun zwei Eigenschaften: Die Wissenschafter veränderten die Aktivität eines Telomerase-Gens und verstärkten zugleich die Arbeit mehrerer Gene (p53, p16 und p19ARF), die vor Krebs schützen. Das Ergebnis ist, dass die Mäuse um 40 Prozent länger leben und unempfindlicher gegen Krebsauslöser sind als ihre Artgenossen.

Beim Menschen seien solche Manipulationen nicht möglich, sagte Blasco, deren Ergebnisse in der US-Fachzeitschrift "Cell" (Bd. 135, S. 609) vom Freitag veröffentlicht sind. Die Pharmaindustrie forscht derzeit an Telomerase-Medikamenten, die kürzer gewordene Telomere in den Zellen nachwachsen lassen sollen. Die Zellen altern dann langsamer. Blasco war für ihre Telomerase-Forschung im September in Hamburg mit dem Körber-Preis für Europäische Wissenschaft ausgezeichnet worden. (APA/dpa)

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