"Magna-Wappen nicht küssen"

14. November 2008, 15:17
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Hannes Aigner kehrt am Samstag mit dem FC Magna ins Horr-Stadion zurück. "Wer mich beschimpfen will, der soll das tun"

Für Stürmer Hannes Aigner zählt am Samstag (15:15 Uhr, Live auf Premiere Austria) im Horr Stadion nur sein Geldgeber aus Wr. Neustadt. Im Spitzenspiel der ADEG Erste Liga steckt das Ex-Veilchen seine Emotionen zurück: Volle Konzentration gilt den drei Punkten für den FC Magna. Das bei dem Duell Erster gegen Vierter für Aigner mehr mitspielt, verheimlicht er nicht: "Ich hatte bei der Austria eine schöne Zeit, und es ist sicher etwas besonderes morgen im Horr-Stadion zu spielen. Aber für mich zählt nur der FC Magna."

Magna im Herzen?

Die Austria Fans und Hannes Aigner hatten eine Beziehung. Der nicht immer torgefährliche Stürmer wurde von den violetten Anhängern mit dem Beinamen "Fußballgott" versehen.
"Die Austria Fans sind toll hinter mir gestanden", erinnert er sich, "dass so etwas vorbei ist, wenn man den Verein wechselt gehört, aber zum Profi-Geschäft dazu. Damit kann ich leben." Trifft Aigner gegen seinen Ex-Verein, weiß er genau, was er zu tun hat. "Im Inneren juble ich vielleicht, aber nach außen nicht. So respektlos gegenüber der Austria bin ich nicht".
Auch wenn er sich bei seinem neuen Arbeitgeber wohl fühlt, weiß der Tiroler über die Grenzen seiner Identifikation mit dem Verein bescheid. "Ich werde sicher nicht das Magna-Wappen küssen, so etwas ist in meinen Augen Blödsinn." Dass seine Aktionen am Samstag von Pfiffen begleitetet werden könnten, bringt den Stürmer nicht aus der Ruhe: "Wer glaubt, mich auspfeifen und beschimpfen zu müssen, der soll das tun, das provoziert mich nicht."

Einzugs- und "Aufstiegsgebiet" Wr. Neustadt

Es hat seine Zeit gedauert, bis die schnell zusammengekaufte Truppe aus Wr. Neustadt zu einer Mannschaft geworden ist. "Am Anfang war es noch nicht so einfach, aber es wird immer besser. Wir müssen als Mannschaft dazu beitragen, dass ein positiver Schwung entsteht", sagt Aigner. Spieler wie Zuschauer beginnen sich mit dem Neugeborenen zu identifizieren. Aber auch Aigner weiß, "Fans gibt es nicht von heute auf morgen. Wir hoffen, dass mit dem neuen Stadion noch mehr Leute zu uns kommen". Die Mannschaft von Trainer Helmut Kraft hat in der letzten Runde erstmals die Tabellenführung übernommen und kommt als Spitzenreiter zu den Austria Amateuren. Aigner wird am Samstag voraussichtlich als einziger von sieben ehemaligen Austrianern in der Startformation stehen. Obwohl der FC Magna derzeit die Formel „Geld schießt keine Tore" widerlegt, stellt Aigner klar: "die Tore machen wir und nicht das Geld des Herrn Stronach." (Simon Hirt, derStandard.at, 14. November 2008)

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    Hannes Aigner hat den Ball seit 2008 für den FC Magna im Visier.

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