Vereint Nationen siedeln 60.000 Flüchtlinge im Ostkongo um

14. November 2008, 14:59
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"Sicherheit der Flüchtlinge nicht mehr gewährleistet"

Genf - Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) siedelt aus Sicherheitsgründen im Ostkongo mehr als 60.000 Menschen aus zwei UNO-Flüchtlingslagern um. Die Menschen würden aus einem Lager nahe der Stadt Kibati in ein 15 Kilometer entferntes neues Lager mit dem Namen "Mungunga III" westlich der Stadt Goma gebracht, sagte UNHCR-Sprecher Ron Redmond am Freitag in Genf. "Die Sicherheit der Flüchtlinge in den beiden Kibati-Lagern ist nicht mehr gewährleistet", sagte Redmond.

Die Camps befinden sich nahe der Frontlinie der Rebellentruppen. Bei erneut ausbrechenden Kämpfen wären die Lagerbewohner in großer Gefahr, sagte der Sprecher. Das UNHCR befürchtet außerdem eine Militarisierung der Lager, die sich in einem von den Regierungstruppen kontrollierten Gebiet befinden.

Viele der 60.000 Menschen müssten den komplizierten Umzug zu Fuß machen, sagte Redmond. Die Umsiedlung würde von UN-Truppen überwacht, das UNHCR erwarte außerdem die Unterstützung der Regierung. Das Flüchtlingskommissariat hatte am Donnerstag den Ort für das 26 Hektar große Lager ausgewählt. Im Mugunga-Gebiet befinden sich bereits vier weitere Flüchtlingslager. Nachdem die Kämpfe in der Nord-Kivu-Region im August erneut aufflammten, sollen nach Schätzungen von Hilfsorganisationen etwa 250.000 Menschen auf der Flucht sein. (APA/dpa)

 

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