Frühere Einheitspartei PAIGC gewinnt Parlamentswahlen

21. November 2008, 19:23
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Überraschend klarer Sieg: Zwei-Drittel-Mehrheit erobert - Wahlbeteiligung bei 82 Prozent

Lissabon - Bei den Parlamentswahlen im westafrikanischen Kleinstaat Guinea-Bissau hat die frühere Einheitspartei PAIGC (Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und Kap Verde) einen überraschend klaren Sieg errungen. Wie die Wahlkommission am Freitag in der Hauptstadt Bissau mitteilte, gewann die PAIGC bei der Abstimmung am vorigen Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis 67 der 100 Sitze im Parlament, 22 mehr als bisher.

Damit errang zum ersten Mal seit der Einführung eines Mehrparteiensystems vor 14 Jahren in der portugiesischen Ex-Kolonie eine Partei mehr als zwei Drittel der Mandate. Die PAIGC hatte bis zum Sommer einer Mehrparteienkoalition angehört. Im August setzte Staatspräsident João Bernardo Vieira die von der Partei geführte Regierung ab und nominierte ein Übergangskabinett unter Ministerpräsident Carlos Correia.

Verluste für PRS

Wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete, gewann die PRS (Partei für Soziale Erneuerung) von Ex-Präsident Kumba Iala 28 Sitze, 7 weniger als vor vier Jahren. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 82 Prozent den höchsten Wert in der Geschichte des Landes.

Die Wahl stand im Schatten des internationalen Drogenhandels. Guinea-Bissau ist in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Umschlagplatz für Kokain geworden, das internationale Rauschgiftmafias von Lateinamerika nach Europa schmuggeln. Die Politiker der verschiedenen Parteien warfen sich gegenseitig vor, den Wahlkampf mit Drogengeldern zu finanzieren. (APA/dpa)

 

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    Die PAIGC gewann die Parlamentswahlen klar

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    Ministerpräsident Carlos Correia an der Wahlurne.

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