Sa: LASK soll bei Rapid für Derby büßen

14. November 2008, 14:13
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Pacult: "Wollen unbedingt drei Punkte" - Linzer reisen mit Misserfolgsserie und letztem Aufgebot nach Wien

Wien - Dem SK Rapid kommt der LASK im Bestreben nach Wiedergutmachung für das verlorene Wiener Fußball-Derby gerade recht. Alles andere als ein Heimsieg des Titelverteidigers zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde am Samstag wäre eine Überraschung, stecken die Oberösterreicher doch in einer veritablen Krise.

Deren jüngste sechs Liga-Partien wurden bei einem Torverhältnis von 1:17 allesamt verloren, außerdem warten die Linzer schon seit 503 Minuten auf einen Torerfolg. Demgegenüber steht eine beeindruckende Heimbilanz der Rapidler, die in den jüngsten 15 Meisterschaftsspielen vor eigenem Publikum bei zwei Remis und einem Torverhältnis von 37:9 gleich 13 Siege einfuhren. Geht es nach Peter Pacult, dann soll diese Erfolgsserie am Samstag ihre Fortsetzung finden. "Wir wollen unbedingt drei Punkte holen, das ist unser Ziel", erklärte der Rapid-Coach.

Der Wiener erwartet von seiner Mannschaft eine angemessene Reaktion auf das 0:2 gegen die Austria. "Es wird darauf ankommen, wie wir auftreten und das Spiel gestalten können", sagte der 49-Jährige, der unter anderem auf den im Aufbautraining befindlichen Markus Katzer, den gesperrten Markus Heikkinen und ziemlich sicher auch auf Veli Kavlak (Zerrung) verzichten muss.

Da auch Christian Thonhofer mit Rückenproblemen weiterhin ausfällt, stehen dem Betreuer vor allem auf den Außenpositionen in der Viererkette keine Alternativen zur Verfügung. Das hat zur Folge, dass etwa Andreas Dober derzeit keine Konkurrenz zu fürchten hat, obwohl dieser zuletzt von Pacult in der Öffentlichkeit gerügt wurde.

"Ich habe in Österreich den Eindruck, dass man Spieler nicht öffentlich kritisieren darf, aber ich werde das weiterhin machen. Das ist mein Recht als Trainer und im Fußball normal", betonte der frühere 1860-Trainer, der auf der linken Abwehrseite erneut auf den Offensivspieler Marcel Ketelaer zurückgreifen muss. "Aber das ist kein Problem, er hat diese Position schon früher gespielt", sagte Pacult und erwartet sich vom Deutschen "keine Wunderdinge".

Mit LASK-Trainer Klaus Lindenberger, den er noch aus seiner aktiven Zeit als Spieler in Tirol kennt ("Seither ist der Kontakt nie abgerissen"), hat Pacult Mitleid. "Er ist in einer schwierigen Situation", lautete die Einschätzung des Rapid-Trainers, die in den Ohren des Oberösterreichs wohl noch untertrieben klingt. Der tristen Bilanz in den jüngsten Auftritten nicht genug, muss der Ex-Teamgoalie auch noch fünf Stammspieler (Baur, Saurer, Weissenberger, Wendel, Panis) vorgeben. "Wir fahren mit dem letzten Aufgebot nach Wien, damit müssen wir leben", sagte Lindenberger.

Dementsprechend gering sind auch die Hoffnungen auf den ersten Linzer Sieg im Hanappi-Stadion seit 27. Mai 2000 (1:0). "Auswärts gegen Rapid kann man sich nichts erwarten, wir schauen auch schon auf das Samstag-Spiel gegen Kärnten", gab Lindenberger unumwunden zu. "Rapid ist haushoher Favorit, befindet sich in guter Form und will sich noch dazu für die Derby-Niederlage revanchieren."

Dennoch hofft der Noch-ÖFB-Tormanntrainer auf einen ersten Schritt aus der Krise. "Wir wollen eine ordentliche Partie abliefern und haben sicher unsere Chance. Und wenn wir verlieren, dann verlieren wir, aber mit erhobenem Haupt."

In den kommenden Tagen will Lindenberger die Fitness seiner Kicker entscheidend verbessern und sich diesbezüglich rund um das Türkei-Länderspiel Tipps von ÖFB-Conditioning-Coach Roger Spry holen. "Wir sind zwar konditionell stärker, aber das ist noch immer zu wenig." In der herbeigesehnten Winterpause soll dann die Mannschaft nicht nur im körperlichen, sondern auch im personellen Bereich aufgerüstet werden. Lindenberger wünscht sich einen Innenverteidiger und einen Strafraumstürmer und bekam nach eigenen Angaben von LASK-Präsident Peter-Michael Reichel bereits die Zusage für Neuverpflichtungen. (APA)

 

SK Rapid - LASK Linz
Hanappi-Stadion, 18.00 Uhr/Premiere Austria Einzelspiel, Hofmann). Saisonergebnisse 2007/08: 2:1 (a), 2:0 (h), 4:4 (h), 0:2 (a). Bisheriges Saisonergebnis 2008/09: 5:2 (a)

Rapid: Lukse - Dober, Tokic, Patocka, Ketelaer - Hofmann, Kulovits, Boskovic, Drazan - Maierhofer, Jelavic

Ersatz: Hedl - Eder, Hiden, Harding, Kavlak, Hoffer

Es fehlen: Heikkinen (gesperrt), Thonhofer (Rückenprobleme), G. Koch (rekonvaleszent), Payer, Katzer, Gartler (alle im Aufbautraining)

Fraglich: Kavlak (Zerrung)

LASK: Cavlina - Gansterer, Hoheneder, Wisio, Schreiner - Klein, Prager, Höltschl, Salmutter - Vastic, Mayrleb

Ersatz: Zaglmair - Kablar, Piermayr, Freudentaler, Mijatovic, Pichler

Es fehlen: Saurer (gesperrt), Baur (private Gründe), Weissenberger (Mittelfußknochenbruch), Panis, Wendel (beide rekonvaleszent), Hart (Adduktorenverletzung)

 

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