Der schönste Tag der Woche: ... Ehrungen im Hoamatland

14. November 2008, 20:20
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Liebe zum Hammerschlag, Poetisches aus Timelkam ... - Mit Gedichten ist es so eine Sache

Mit Gedichten ist es so eine Sache: Reimen sie sich, erinnern sie schnell einmal an Muttertagslyrik; reimen sie sich nicht, steht man als Leser oft im Regen und fragt sich bange, ob man vielleicht einfach nur zu blöd ist, den auf den ersten Blick sinnlos aneinandergereihten Wörtern eine tiefere Bedeutung abzugewinnen.

Aber dass Gedichte auch etwas Gutes haben können, beweisen die „Wurfgedichte" im Standard. Nach eingehender Lektüre dieser Texte, dachte ich mir: „Wow, diese Wurfgedichte sind ein Hammer." Und schon tauchte vor meinem geistigen Auge ein Spruch auf, der seit Jahrzehnten auf einer Hausfassade in Timelkam zu lesen ist: „ICH LIEBE HELLEN HAMMERSCHLAG / STETS FROHEN SINN BEI HARTER PLAG." Als Kind bin ich hunderte Male an diesem Haus mit dem kunstvoll eingemeißelten Gedicht vorbeigegangen, und jedes Mal habe ich mich gefragt, weshalb der Hausbesitzer so ungeniert verkündet, dass er eine gewisse Hellen Hammerschlag liebt, wo doch jeder im Ort weiß, dass seine Frau Resi heißt. Erst später klärten mich meine Eltern auf, dass der Besitzer von Beruf Schmied sei und er mit dem Gedicht lediglich den Stolz auf diesen Berufsstand zum Ausdruck bringen wollte.

Zum Stichwort Timelkam fällt mir noch ein Gedicht von Andreas Okopenko ein, das auch als Nachtrag zu meiner vorvorletzten Kolumne verstanden werden kann: „Als er in den Himmel kam, / roch es dort nach Timelkam. / Und es dämmerte ihm schnell, / dieser Himmel war die Höll." Wäre doch eine schöne Gemeindehymne, oder?

Und weil wir gerade in Oberösterreich sind, wollen wir nicht vergessen, dass am 15. November 1136 Leopold III. starb, der - gemeinsam mit dem heiligen Florian - Landespatron dieses schönen Bundeslandes ist. Deshalb verleiht auch LH Josef Pühringer an diesem Tag so gerne die „Verdienstmedaille des Landes Oberösterreich" an hochverdiente Persönlichkeiten. Am 15. 11. 2006 wurden - neben vielen anderen - z. B. „Bürgermeister a. D. Josef Ferchhumer, Obmann der Ortsgruppe St. Marienkirchen an der Polsenz aus St. Marienkirchen an der Polsenz" und „Gemeinderat  a. D. Johann Schedlberger, Obmann der Ortsgruppe Waldneukirchen aus Waldneukirchen" mit dieser Medaille ausgezeichnet. Dass anschließend „Hoamatland" von Franz Stelzamer gesungen wurde, versteht sich von selbst: „Und zun Bier und zun Most / schmeckt a kräftige Kost." Prost!

(Kurt Palm, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 15./16.11.2008)

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