Sa: Schicksalsspiel für Altach gegen KSV

14. November 2008, 14:54
8 Postings

Abstiegskampf pur im Vorarlberg - Trainer Schönenberger sprach erstmals in seiner Ära von einem "Pflichtsieg" - Kapfenberger auswärts erst mit einem Punkt

Altach - Der SCR Altach bereitet sich auf ein Schicksalsspiel vor. Dem Schlusslicht der Fußball-Bundesliga helfen am Samstag im direkten Duell gegen den Abstieg gegen Kapfenberg nur drei Punkte, um den Anschluss nicht gänzlich zu verlieren. Fünf Punkte fehlen den Altach derzeit auf Aufsteiger Kapfenberg und Mattersburg. Nach 17 Runden haben die Vorarlberger lediglich sieben magere Zähler auf ihrem Konto.

Trainer Urs Schönenberger sprach daher erstmals seit seinem Amtsantritt Anfang September von einem Pflichtsieg. "Zum ersten Mal seit ich in Altach bin, sind die drei Punkte ein Muss", erklärte der Schweizer. "Das ist ein Druck, mit dem die Spieler umgehen müssen." Erst zwei Siege haben die Altacher in dieser Saison eingefahren, aus den vergangenen fünf Runden gab es nur einen einzigen Punkt.

Schönenberger setzt unter anderem auf die Rückkehr von Stürmerstar Ailton, der zuletzt beim 1:2 in Kärnten wegen Nackenproblemen gefehlt hatte. Auch Kai Schoppitsch stünde nach einer Sperre wieder zur Verfügung, Schönenberger ist aber kein Freund großer Veränderungen. "Die Leistung in Klagenfurt war 85 Minuten lang in Ordnung", sagte der Altach-Coach. Danach brachten die Altacher zwei Gegentore um ihre Hoffnungen auf wichtige Punkte.

Personelle Konsequenzen sind laut Präsident Werner Gunz auch im Falle eines Misserfolges gegen Kapfenberg nicht zu erwarten. Seinen angekündigten Abschied mit Jahresende will Gunz vorerst verschieben und stärkte stattdessen dem Trainer den Rücken. "Wir brauchen jetzt Ruhe und volle Konzentration auf den Klassenerhalt", betonte Gunz und versprach, im Winter weiter in die Mannschaft zu investieren. Vorerst erhält Stürmer Orhan Ademi (17) einen Profivertrag.

Der Druck auf Altach scheint jedenfalls größer zu sein als jener, der auf Kapfenberg lastet. Der Aufsteiger hatte sich zuletzt mit einem 2:1-Heimsieg gegen Mattersburg Luft im Abstiegskampf gemacht. "Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch unter Druck gute Leistungen bringen kann", erinnerte KSV-Trainer Werner Gregoritsch. In fremden Stadien laufen die Kapfenberger einem solchen in der Bundesliga aber noch hinterher.

In acht Auswärtsspielen haben die Obersteirer erst einen Punkt geholt - 0:0 bei der Wiener Austria. "Auswärts sind wir noch nicht so in der Bundesliga angekommen wie zu Hause. Da sind noch gewisse Mängel vorhanden", gestand Gregoritsch, der den Komplex in fehlendem Selbstvertrauen begründet glaubt. "Wir fahren jetzt aber mit breiter Brust nach Vorarlberg", betonte Kapitän Dominique Taboga.

Als Entscheidungsspiel im Kampf gegen den Abstieg will Gregoritsch das direkte Duell zweier unmittelbarer Kandidaten noch nicht verstanden wissen. "Die Punkte zählen doppelt, aber ich möchte das nicht hochstilisieren. Es ist ein sehr, sehr wichtiges Spiel. Nicht mehr und nicht weniger", sagte der KSV-Trainer. "Nach dieser Partie ist sicher noch nichts entschieden." Auch in der zweiten Saisonhälfte stehen 18 Runden auf dem Programm. (APA)

Cashpoint SCR Altach - Kapfenberger SV Superfund
(Stadion Schnabelholz, 18.00 Uhr, SR Plautz). Keine Saisonergebnisse 2007/08. Bisheriges Saisonergebnis 2008/09: 2:3 (a)

Altach: Michl - Stückler, D. Sereinig, Pircher, Kling - Pamminger, Guem, Ze Elias, Karatay - Ailton, Mattle/Konrad

Ersatz: Krassnitzer - Carreno, Mimm, Schoppitsch, Ademi, Jagne, Vishaj

Es fehlen: Gramann, Pfister, M. Koch, Ribeiro, Mayer, Rajic (alle verletzt), Hutwelker (nicht im Kader)

Fraglich: Konrad (Muskelverhärtung im Oberschenkel)

Kapfenberg: Susko - Iencsi, Taboga, Fukal, Osoinik - Zimmerman, Lienhart, Liendl, Erkinger, Felfernig - Kozelsky

Ersatz: Eisl - Stepanek, Hüttenbrenner, Siegl, Bernsteiner, Sencar, Milosevic, Wieger

Es fehlen: Rauscher, Akoto, Pejic, Schellander (alle verletzt)

Share if you care.