Evangelische Kirche wehrt sich: "Knolls Austritt nicht nachvollziehbar"

14. November 2008, 17:13
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Bischof Bünker: Kontroverse Auffassungen sind kein Grund für Kirchenaustritt - Synodenpräsident: Gertraud Knolls Kirchenaustritt ist "unverständlich"

"Kontroverse Auffassungen können nicht der Grund sein, sich von der Kirche zu trennen." Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker findet den Kirchenaustritt der ehemaligen burgenländischen Superintendentin Gertraud Knoll "nicht nachvollziehbar". In der Evangelischen Kirche gelte "Auftreten statt Austreten". Zur Begründung von Knolls Kirchenaustritt, dem Hirtenbrief zum Unfalltod Jörg Haiders, sagte Bünker, die Superintendentenkonferenz und der Synodalausschuss hätten festgestellt, dass die Form eines Hirtenbriefs für die Trauerbezeugung "nicht angemessen" gewesen sei.

"Für mich ist diese Situation unverständlich und nicht nachvollziehbar", so auch der Präsident der Synode Peter Krömer. Auf Grund der langen und guten Zusammenarbeit in ihrer aktiven Zeit hätte er sich erwartet, dass Knoll sich mit ihrer Kritik an ihn sowie an den Bischof wendet. Der Superintendet, der den Hirtenbrief des Anstoßes verfasst hatt, erklärte: "Ich habe mein Wort aus tiefer Betroffenheit heraus formuliert." Es sei "seelsorgerlich gemeint" gewesen. Als Superintendent habe er mit Haider zahlreiche inhaltliche Auseinandersetzungen gehabt, dennoch habe er mit dem Landeshauptmann einen "respektvollen Umgang" gepflegt. (red, derStandard.at, 14.11.2008)

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