Mayr-Melnhof Holz schluckt Stallinger Swiss Timber AG ganz

14. November 2008, 12:10
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Die steirische Gruppe hielt bisher 25 Prozent am Sägewerk in Domat/Ems

Graz - Die Mayr-Melnhof-Holz-Gruppe hat am Freitag im schweizerischen Domat/Ems die Komplettübernahme der Stallinger Swiss Timber AG bekanntgegeben. Das Unternehmen hatte erst im April d.J. sämtliche Anteile an der oberösterreichischen Holzindustrie Stallinger GmbH und der Kaufmann Holding AG sowie 25 Prozent der Stallinger Swiss Timber AG gekauft. Der Kauf der restlichen 75 Prozent des Schweizer Sägewerks werde mit Jahresbeginn 2009 wirksam, so Meyr-Melnhof Holz in einer Aussendung.

Mit der Übernahme will die Mayr-Melnhof-Holz-Gruppe ihre "strategische Position am zentraleuropäischen Markt weiter ausbauen und der Schweizer Holzwirtschaft einen zusätzlichen Impuls geben," so Vorstand Josef Dringel. Zudem kann mit der Akquisition des Standorts Domat/Ems das Umsatzvolumen der gesamten Gruppe auf mehr als 1 Mrd. Schweizer Franken (rund 670 Mio. Euro) steigern. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Meldung des Zusammenschlusses war am Donnerstagnachmittag von der Bundeswettbewerbsbehörde veröffentlicht worden.

Das Sägewerk ist seit April 2007 in Betrieb und ist laut Mayr-Melnhof zum führenden Holzverarbeitungsunternehmen der Schweiz aufgestiegen. 2007 konnte an dem Standort ein Umsatz von mehr als 31,4 Mio. Schweizer Franken (rund 21,0 Mio. Euro) erwirtschaftet werden.

Die Mayr-Melnhof-Holz-Gruppe mit Hauptsitz in Leoben wurde 1850 gegründet und befindet sich im mehrheitlichen Besitz von Franz Mayr-Melnhof Saurau, dem größten privaten Forstbesitzer Österreichs. Ein Minderheitsanteil wird von den Österreichischen Bundesforsten gehalten. Die Unternehmensgruppe beschäftigt an mehreren Standorten insgesamt 1.950 Mitarbeiter.

Die Gruppe betreibt vier Sägewerke - im obersteirischen Leoben, in Frankenmarkt (Oberösterreich), in Amstetten (Niederösterreich) und in Paskov (Tschechien). In Efimovskij in Russland wird derzeit ein weiterer Standort errichtet, der mit etwa einem Quartal Verspätung Anfang 2009 in Betrieb gehen soll. Die Holzweiterverarbeitung erfolgt derzeit in Gaishorn am See und Kalwang (beide Steiermark), Reuthe (Vorarlberg) und Eppingen-Richen (Deutschland).

Die Holzverarbeitung umfasst die Produktion von Schnittholz, Brettschichtholz, Brettsperrholz sowie von Sonderbauteilen und Duplex-, Triplex- und Quadrobalken. Zudem werden Schalungsträger und -platten, Massivholzdecken, Briketts und Pellets erzeugt. (APA)

 

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