Zugspitzlauf: Strafbefehl gegen Veranstalter

14. November 2008, 11:40
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Der Vorwurf lautet auf zweifache fahrlässige Tötung und neunfache fahrlässige Körperverletzung

München - Vier Monate nach dem tödlichen Drama beim Extremberglauf zur Zugspitze hat die Staatsanwaltschaft München II einen Strafbefehl gegen den Veranstalter beantragt. Der beim Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen eingereichte Antrag laute auf zweifache fahrlässige Tötung und neunfache fahrlässige Körperverletzung, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde am Freitag.

Der Veranstalter soll demnach zu einer Gesamtstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt werden. Zur Höhe des Tagessatzes wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Sollte das Gericht den Strafbefehl so akzeptieren, würde der Veranstalter nicht als vorbestraft gelten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Veranstalter vor, den Lauf gestartet zu haben, obwohl eine ganze Reihe von Teilnehmern unzureichend ausgerüstet gewesen sei. Außerdem seien die schlechten Wetterbedingungen im Vorfeld bekannt gewesen. Darüber hinaus habe der Veranstalter trotz Hinweisen auf die gefährliche Situation den Lauf nicht abgebrochen oder wenigstens das Ziel weiter nach unten verlegt.

An Erschöpfung und Unterkühlung gestorben

Bei dem Lauf waren Mitte Juli ein 41-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen und ein 45-Jähriger aus Baden-Württemberg an den Folgen von Erschöpfung und Unterkühlung gestorben, sechs weitere Teilnehmer mussten im Krankenhaus behandelt werden.

An dem in Ehrwald im Tiroler Bezirk Reutte gestarteten Rennen hatten etwa 600 Läufer teilgenommen. Der Lauf führte über eine 16,1 Kilometer lange Strecke zum Ziel in 2.944 Metern Höhe kurz unterhalb des Gipfels der 2.962 Meter hohen Zugspitze. Beim Start am 13. Juli um 9.00 Uhr betrug die Temperatur 15 Grad, später kam es auf der Zugspitze zu einem plötzlichen Wetterumschwung, es fielen bis zu zehn Zentimeter Neuschnee. Ein Teil der Läufer war nur mit T-Shirts und kurzen Hosen bekleidet. 22 Personen wurden auf Tiroler Seite von der Rettung versorgt. (APA)

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