Putin wollte Saakaschwili "an den Eiern aufhängen"

14. November 2008, 12:29
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Bei einem Krisengipfel während des Georgien-Kriegs kam es laut Zeugen zu einer martialischen Drohung des russischen Machthabers

Unter Männern wird offenbar auch auf weltpolitischer Bühne eher rüder Umgangston gepflogen. Zumindest dann, wenn sich der russische Potentat Wladimir Putin ins Gespräch einklinkt. Dann muss sogar Frankreichs nicht eben für seine Besonnenheit bekannte Präsident Nicholas Sarkozy nachfragen, ob er sich nicht verhört hat.

"Ich werde Saakaschwili an den Eiern aufhängen", polterte Putin laut Sarkozys außenpolitischem Chefberater Jean-Pierre Levitte bei einem bilateralen Krisentreffen in Moskau im August. Der Zeitpunkt war pikant, russische Panzer standen zu diesem Zeitpunkt als Reaktion auf den georgischen Angriff auf Südossetien tief im georgischen Kernland. Hatte Putin tatsächlich eben damit gedroht, den georgischen Präsidenten umzubringen? Sarkozy konnte es laut Augen- und Ohrenzeugen nicht glauben, was er da hörte. Dabei wollte er in seiner Rolle als EU-Ratspräsident dem Russen klarmachen, dass die Weltgemeinschaft einen Sturz der Tifliser Regierung nicht hinnehmen werde. "Ihn aufhängen?", fragte der Franzose nach. "Ja, warum nicht", antwortete Putin. Und entsonn sich sogleich eines unwiderlegbaren Arguments: "Die Amerikaner haben Saddam Hussein doch  aufgehängt."

Nun stand dem Moskauer Machthaber in Nicholas Sarkozy ein durchaus schlagfertiger Sparringpartner gegenüber. "Wollen Sie etwa enden wie George W. Bush?" Putin gab sich geschlagen. "Ah - Punkt für Sie!" (red/derStandard.at, 14.11.2008)

 

 

  • "Wollen Sie enden wie George W. Bush?"
    foto: epa

    "Wollen Sie enden wie George W. Bush?"

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