Rezession in Italien, geschrumpfte Wirtschaft in Spanien, Wachstum in Ungarn

14. November 2008, 11:13
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Italiens und Spaniens Wirtschaft sind kräftig geschrumpft, in Ungarn wuchs das BIP im 3. Quartal 2008 um 0,7 Prozent

Budapest/Rom/Madrid - Ungarns Wirtschaft ist im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent gewachsen. Dies gab das Statistische Zentralamt (KSH) am Freitag in Budapest bekannt. Insgesamt stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Zeitraum Jänner bis September im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent.

Im gesamten Jahr 2007 war die Wirtschaft um 1,1 Prozent gewachsen - seit damals machen sich die Auswirkungen eines im Jahr zuvor eingeführten Sparpakets zur Budgetsanierung bemerkbar. Im kommenden Jahr rechnet die Regierung wegen der Folgen der globalen Finanzkrise mit einem BIP-Rückgang um ein Prozent.

Italien in der Rezession

Hingegen beschleunigte sich die Talfahrt Italiens Wirtschaft im Sommer und ist in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im dritten Quartal um 0,5 Prozent zum Vorquartal und damit so kräftig wie seit fast zehn Jahren nicht, wie das italienische Statistik-Institut am Freitag in Rom mitteilte. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet. Bereits im Frühjahr hatte es ein Minus von 0,4 Prozent gegeben. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sackte das BIP um 0,9 Prozent ab - mehr als doppelt so stark wie erwartet.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone befindet sich damit erstmals seit dem Jahreswechsel 2004/2005 in der Rezession. Dies befürchten die meisten Experten auch für den gesamten Währungsraum. Hier erwarten Analysten ein Schrumpfen von 0,2 Prozent. Die Daten sollen noch am Vormittag veröffentlicht werden. In Deutschland ging die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um 0,5 Prozent zurück.

Spanische Wirtschaft schrumpft

Im Sog der Finanz- und Immobilienkrise ist die spanische Wirtschaft im Sommer erstmals seit 15 Jahren geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im dritten Quartal um 0,2 Prozent zurück, wie das Nationale Statistikamt am Freitag mitteilte. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone wuchs im zweiten Quartal nach dem jähen Ende eines Baubooms mit 0,1 Prozent so schwach wie seit eineinhalb Jahrzehnten nicht mehr. Zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft im Sommer zwar noch, aber mit plus 0,9 Prozent nur noch halb so stark wie im Frühjahr.

Viele Experten gehen nun davon aus, dass das südwesteuropäische Land zum Jahresende in die Rezession rutschen und vorerst nicht mehr aus dem Konjunkturtal herausfinden wird. "Wir denken, dass wir bis zum vierten Quartal 2009 negative Wachstumsraten sehen werden. Ende des nächsten Jahres geht es dann aber wieder aufwärts", prognostizierte Ökonomin Estefania Ponte vom der Fortisbank. (APA/Reuters/dpa)

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