Eurozone: Rezession amtlich bestätigt

14. November 2008, 17:56
posten

Wirtschaft schrumpfte im zweiten und dritten Quartal - Inflation geht merklich zurück

Brüssel/Wien - Die Wirtschaft in der Eurozone schrumpfte heuer im zweiten und dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um jeweils 0,2 Prozent, bestätigte das EU-Statistikamt Eurostat offiziell eine Rezession.
Vor allem Deutschland verschlechterte mit minus 0,4 und minus 0,5 Prozent die Bilanz, während Österreichs Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,3 Prozent und im dritten Quartal noch um 0,1 Prozent zulegen konnte. Auch das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) kam in seinen Berechnungen für das dritte Quartal auf 0,1 Prozent.

Vor allem die exportgetriebene Sachgütererzeugung verzeichne vor dem Hintergrund des internationalen Abschwungs einen deutlichen Rückgang, erklärt das Wifo. Im 4. Quartal dürfte sich der Abschwung in der Industrie weiter verstärken. Darauf würden Vorlaufindikatoren hinweisen.
Erstmals seit fünf Jahren meldeten im Oktober mehr Unternehmen einen Rückgang der Produktion als eine Ausweitung. Die Kapazitätsauslastung sank unter 82 Prozent und lag damit um vier Prozentpunkte unter dem Wert vor eineinhalb Jahren.

Im Jahresabstand wuchs die Wirtschaft der Eurozone im dritten Quartal um 0,7 Prozent, in Österreich betrug dieser Wert 1,5 Prozent.

Die jährliche Inflationsrate der Eurozone hat im Oktober laut dem EU-Statistikamt Eurostat 3,2 Prozent betragen. Damit setzte sich der Rückwärtstrend des vergangenen Monats fort. Im September hatte die Teuerungsrate in den Euro-Mitgliedsländern noch 3,6 Prozent betragen. In der Gesamt-EU betrug die Jahresinflation im Oktober 3,7 Prozent, gegenüber 4,2 Prozent im September. In Österreich ist die Teuerungsrate im Oktober im Jahresabstand stark zurückgegangen - von 3,8 auf 3,1 Prozent.

Stärkster Preistreiber waren die Nahrungsmittel, die für fast ein Fünftel der Jahres-Teuerung verantwortlich waren. Allerdings verringerte sich der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln von 6,7 auf 5,1 Prozent. Die Ausgaben für Energie (Treibstoffe und Heizöl) trugen etwa ein Sechstel zur Gesamtinflation bei. (mimo, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15./16.11.2008)

Share if you care.