Kandahar: Schülerinnen und Lehrerinnen attackiert

14. November 2008, 11:17
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Radikalislamische Taliban werden für Säureangriff verantwortlich gemacht - Diese bestreiten Mitwirkung - Im Jahr 2008 bereits 120 PädagogInnen getötet

Kandahar - Afghanische Mädchen und Lehrerinnen sind auf dem Weg zu ihrer Schule in der südlichen Provinz Kandahar mit Säure attackiert worden. Die Attentäter fuhren auf Motorrädern vor und versprühten die Säure aus Wasserflaschen auf drei Schülerinnengruppen, wie die Behörden mitteilten. Einige der 15 Getroffenen erlitten Gesichtsnarben, die sie fürs Leben kennzeichnen dürften. Eine Schülerin konnte am Freitag immer noch nicht die Augen öffnen.

Schule geschlossen

Die Mirwais-Mena-Schule für 1.500 Mädchen blieb vorerst geschlossen. Die Behörden verurteilten den Angriff, für den sie die radikalislamischen Taliban verantwortlich machten. Diese wiesen jegliche Verantwortung von sich. Ein Sprecher der fundamentalistischen Taliban sagte, seine Gesinnungsgenossen würden "niemals eine so feige Tat begehen". Zu Zeiten der Herrschaft der Taliban in Afghanistan von 1996 bis 2001 waren Mädchen vom Schulbesuch ausgeschlossen. In diesem Jahr wurden bereits 115 Schulen in dem Land angegriffen und 120 PädagogInnen getötet.

17-jährige will weiter zur Schule gehen

Die afghanische Schülerin Shamsia lässt sich von dem Anschlag jedenfalls nicht vom weiteren Schulbesuch abschrecken. "Ich werde weiter zur Schule gehen - und wenn sie mich umbringen", sagte die 17-Jährige am Samstag auf ihrem Krankenbett in einer Klinik von Kabul. "Dies ist meine Botschaft an unsere Feinde: Selbst wenn sie es noch hundert Mal versuchen, werde ich den Schulbesuch fortsetzen." (APA)

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