Dexia mit 1,54 Milliarden Verlust

14. November 2008, 10:47
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Kommunalkredit-Aus kostet den französisch-belgischen Finanzkonzern 267 Millionen, das US-Versicherungsgeschäft wird verkauft

Wien - Die französisch-belgische Dexia hat im dritten Quartal 2008 1,54 Mrd. Euro Verlust gemacht. Der Ausstieg aus der österreichischen Kommunalkredit, an der Dexia bisher 49 Prozent hielt, und die gleichzeitige 100-prozentige Übernahme der Osteuropatochter DexiaKom (Dexia Kommunalkredit Bank AG), schlägt mit 267 Mio. Euro zu Buche. Als zentrale Maßnahme zur Sicherung der Liquidität will die Dexia nun ihr US-Versicherungsgeschäft verkaufen.

Der Verkauf der Anteile an der Kommunalkredit um 1 Euro und der Ankauf der DexiaKom-Anteile um ebenfalls 1 Euro führten zu Abschreibungen von 105 Mio. Euro, heißt es in der Aussendung der Bank. Ein Problem bei einem Wechselkurs-Geschäft (Forex) eines Kunden in der Slowakei-Tochter kostete 82 Mio. Euro, Wertpapierabschreibungen bei der Kommunalkredit machten 68 Mio. Euro nach Steuern aus, "andere Posten" weitere 12 Mio. Euro.

Dexia hat demnach im direkten Zusammenhang mit der Finanzkrise 2,19 Mrd. Euro verloren, darunter 482 Mio. Euro wegen der Lehman-Pleite. Ohne Effekte der Finanzkrise weist die Gruppe Einnahmen von 647 Mio. Euro aus. Das Institut hat dabei nicht die neuen, lockereren Bilanzierungsregeln angewendet.

Der Verkauf der US-Versicherung FAS an die Assured Guaranty soll 361 Mio. Dollar Bares (288 Mio. Euro) bringen. Außerdem erhält Dexia 24,7 Prozent der Assured-Guaranty-Aktien, womit der FAS-Verkauf 722 Mio. Dollar Wert ist. Dexia muss aber 3,1 Mrd. Euro an Verlusten übernehmen. Dabei sollen jedoch die "Financial Products" in denen die risikoreichsten Produkte gebündelt sind, nicht mitverkauft werden. Diese unterliegen damit weiter der französisch-belgischen Staatsgarantie.

Frankreich und Belgien haben Anfang Oktober 6 Mrd. Euro in die Bank eingeschossen. (APA)

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