Neuartiger Hirnschrittmacher in Innsbruck eingesetzt

14. November 2008, 10:51
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Seit einer Woche auf dem Markt - Schrittmacher kann bei Parkinson, Epilepsie, Bewegungsstörungen und psychiatrischen Erkrankungen angewendet werden

Innsbruck - Zum ersten Mal in Österreich wurde am Mittwoch an der Innsbrucker Klinik ein neuartiger Hirnschrittmacher eingesetzt. Einem Neurochirurgen sei es gelungen, einer 23-jährigen Patientin das neue Modell mit einer Lebensdauer von neun Jahren in einer siebenstündigen Operation zu implantieren, hieß es in einer Aussendung am Freitag. Das Modell sei seit einer Woche auf dem Markt.

Elektrische Stimulation

Die typischen Erkrankungen, bei denen eine elektrische Stimulation des Gehirns Erleichterung schaffe, seien die Parkinsonkrankheit, Essenzieller Tremor, Primäre Dystonie und generell Bewegungsstörungen mit unwillkürlichen Bewegungen, Zucken oder Zittern. Weiters könnten auch vereinzelte Patienten mit schwersten Schmerzsyndromen, schweren psychiatrischen Erkrankungen und speziellen Formen der Epilepsie dank dieser Behandlungsform eine Linderung der Beschwerden erfahren, hieß es in der Aussendung. Die am Mittwoch operierte Patientin habe an einer schweren generalisierten Bewegungsstörung (Dystonie) gelitten.

Patient wählt zwischen Programmen

Ältere Hirnschrittmacher seien durchgehend mit einer Programmierung gelaufen und hätten nicht an verschiedene Situationen des Alltages angepasst werden können. Nun könne der Patient selbst zwischen mehreren Programmen und damit Stimulationsformen wählen. "Bei Programm eins ist zum Beispiel das Gehen und sich Bewegen hervorragend, aber die Sprache krankheitsbedingt leise. Bei Programm zwei ist das Sprechen optimal und das Bewegen nicht ganz so gut wie bei Programm eins", erklärte der verantwortliche Neurochirurg Wilhelm Eisner.

Die bisher eingesetzten Modelle zur elektrischen Stimulation des Gehirns seien wegen des hohen Energieverbrauchs relativ groß gewesen. Alle zwei bis fünf Jahre habe das Gerät, das unterhalb des Schlüsselbeins unter der Haut sitze, ausgetauscht werden müssen. Das neue Modell sei deutlich kleiner und könne vom Patienten selbst aufgeladen werden. (APA)

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    Im Bereich des Herzens sind Schrittmacher schon lange etabliert. Mit Hilfe der elektrischen Stimulation ziehen Mediziner nun auch immer öfter gegen die Symptome der Parkinson-Krankheit ins Feld. Hirnstimulatoren gibt es schön länger, in Innsbruck wurde eine neue Art implantiert.

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