Dorner fordert eigenständiges Gesundheitsministerium

14. November 2008, 08:05
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Keinesfalls dem Sozialministerium zuordnen - Ärztekammer-Präsident: Künftiger Minister oder Ministerin sollte "Diener des Volkes" sein

Wien - Ärztekammer-Präsident Walter Dorner fordert auch in der neuen Regierung ein eigenständiges Gesundheitsministerium und erteilt Spekulationen, diese Agenden wieder dem Sozialministerium zuzuordnen, eine klare Absage. "Ich kann mir nicht gut vorstellen, dass man ein derart aufgabenreiches Ministerium an ein anderes anhängt", sagte Dorner.

Ob das Ressort dann wie bisher von einem ÖVP-Politiker betreut wird oder - wie kolportiert - zu SPÖ wandert, macht für Dorner "keinen Unterschied". Dass im Regierungsprogramm offenbar keine Details für eine Gesundheitsreform festgeschrieben werden sollen, begrüßt der Ärztekammer-Präsident. Er wünscht sich, dass sich die Vertragspartner Reformen untereinander ausmachen. Die Gesundheitsagenden wieder dem Sozialministerium unterzuordnen, wie dies in der Vergangenheit schon mehrfach der Fall war, würde für Dorner bedeuten, "dass die Gesundheit nix wert ist".

Das hieße: "Das ist der Blinddarm der österreichischen Politik, irgendwann wird er sich entzünden, einen Abszess kriegen, dann wird er einen Durchbruch haben und dann schreien alle auf und schauen, dass der Patient auf der Intensivstation überlebt", fand der Ärztekammer-Präsident einen medizinischen Vergleich. Kein Problem hätte Dorner damit, wenn die Verantwortung für das Gesundheitsressort tatsächlich von der ÖVP zur SPÖ wandern würde. "Ich habe meine Gesinnung nie unter den Tisch gestellt und bin ein aufrechter Christdemokrat. Als solcher kann ich mit politisch anders Gesinnten sehr gut umgehen, solange sie solidarisch, sozial und demokratisch sind."

Der künftige Minister oder die Ministerin sollte im wahrsten Sinne des Wortes "Diener des Volkes" und "kein Selbstdarsteller" sein. Er müsse nicht unbeding Mediziner sein, sollte aber kompetent sein, die Materie beherrschen und den Rat sowohl der Experten als auch seiner Mitarbeiter beachten, zeichnete Dorner ein Anforderungsprofil.

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