Überwiegend Freisprüche für Polizei-Übergriffe bei G-8 in Genua

13. November 2008 22:36

Mehr als sieben Jahre nach den Übergriffen auf Globalisierungsgegner sind 16 von 29 Angeklagten freigesprochen worden

Genua - Mehr als sieben Jahre nach brutalen Übergriffen der Polizei auf Globalisierungsgegner während des G-8-Gipfels in Genua ist mehr als die Hälfte der 29 Angeklagten freigesprochen worden. Unter den 16 Freigesprochenen sind auch drei Polizeibeamte, die damals in führenden Positionen waren. Zu insgesamt 35 Jahren und sieben Monaten Haft verurteilte das Gericht am Donnerstagabend in Genua die übrigen 13 Angeklagten.

Ein Toter

Es ging um schwere Übergriffe in einer als Herberge von Demonstranten dienenden Schule. Die Staatsanwaltschaft hatte nach dem jahrelangen Verfahren teilweise klar höhere Strafen gefordert und auch die angeklagte Leitung der Einsatzkräfte nicht ausgenommen. Der Prozess war einer von mehreren um die Gewalt rund um den G-8-Gipfel.

Während der von massiven Krawallen geprägten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei waren am Rande des G-8-Gipfels im Juli 2001 Ordnungskräfte in die Schule eingedrungen. Dabei wurden mehr als 60 Demonstranten verletzt, mehrere von ihnen schwer. Bei den gewaltsamen Kundgebungen gegen den Gipfel und der harten Reaktion der italienischen Polizei kam auch ein Demonstrant ums Leben. Er wurde von einem jüngeren Polizisten durch einen Schuss in den Kopf getötet.

Österreicher in U-Haft

Über Misshandlungen nach ihrer Festnahme hatten auch 16 österreichische Mitglieder der Theatergruppe "VolxTheater-Karawane" geklagt. Sie waren nach dem G-8-Gipfel festgenommen und drei Wochen lang in Untersuchungshaft gehalten worden. (APA/dpa)

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17 Postings
Artischocke
 
15.11.2008 18:55
Wurden auch die Agents Provocateur verurteilt?

db73
15.11.2008 11:10

Das ist schon richtig so , wenn man sich ansieht wie milde die Strafen für Angriffe auf Polizisten sind.
Körperliche Unversehrtheit steht leider heute nirgends hoch im Kurs , was die viel zu milden Urteile jeden Tag aufs neue beweisen.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
17.11.2008 19:57
Selbstverständlich...

... hat jeder Polizist das recht auf körperliche Unversehrtheit, aber er hat auch die Pflicht seinen Dienst zu verweigern, wenn er selbst zu Gewalttaten angestiftet wird.

Weder Polizisten noch Staatsmänner dürfen über den Menschenrechten stehen!

Ernst Guevara
16.11.2008 08:40
ja, sicher

wenn man ein steinzeitliches rechtsverständnis besitzt wie Sie, dann mag man das so sehen. allerdings leben wir (und auch die italiener) in einer demokratie, hier gilt kein "auge um auge"-prinzip.

zimbo
 
14.11.2008 09:53
Wurde FerreroWaldner auch freigesprochen ?

lobo solar
14.11.2008 07:26
no na in Berluscony -Land

und daß wo gerade der Beweis auf den Tisch liegt: Neoliberalismus ist schlecht, wir sehen gerade deutlich wohin dieser Raubtier-Kapitalismus führt!

Die Demonstranten hatten recht, die G8 unrecht!

opti
14.11.2008 06:16
und nicht vergessen

die rolle unserer obersten denunziantin!

haderlump
14.11.2008 08:42
die ...

... mit die 101 sprachen, nu, die 'dalmatinerin'!

Brücke
14.11.2008 00:52
Ava Tar
13.11.2008 23:21
Still und leise

versteckte sich der verschämte Artikel ganz hinten.

NONE
13.11.2008 23:05

Das der schwarze Polizei-Block nicht verurteilt wird war wohl keine grosse Überraschung. Da hätte man zuviele politisch aktiven Herren in Italien auf die Füsse treten müssen. Die Vermummten Provokateure handelten ja wohl kaum auf eigene Faust ohne Befehl von oben.

Das der Polizist aber mit einem Mord davonkommt ist für mich unbegreiflich. Entlassung aus dem Dienst, Anklage wegen Mord mit Strafe die zu gleichen Teilen er und sein Vorgesetzter im Gefängnis anzutreten hätten wäre das absolut Mindeste gewesen.

Und die Prügelpolizisten müssten mit hohen Geldstrafen belegt werden die direkt den Verprügelten zukommen müssten. Zudem müssten sie entlassen werden.

Der italienische Staat macht sich mitschuldig an diesen Verbrechen.

Ernst Kratochwil
14.11.2008 23:40
Sie meinen den Gewalttäter der einen Carabinieri

mit einem Feuerlöscher erschlagen wollte?

Ja, tragisch das Ganze. Wer Gewalt säät..

hassprediger
15.11.2008 20:47
sie meinen den feuerlöscher

den eben diese carabiniere zuvor in seine richtung geworfen haben?

Ernst Kratochwil
15.11.2008 21:35
Net in seine Richtung, sondern aus dem Auto raus

geworfen hat. Aus dem Auto das von einem tobenden , mit Prügeln und Stangen bewaffneten Mob, angegriffen wurde.
Ja, den meine ich.



hassprediger
16.11.2008 13:25

ihrer beschreibung nach meinen sie einen anderen vorfall - oder sie sind polizist.

Ernst Kratochwil
16.11.2008 13:41
Ich habe damals das Video

von dem Vorfall gesehen.

Ein nitupsaR
 
14.11.2008 12:48

Der Tod von Carlo Giuliani war nicht Gegenstand des aktuellen Prozesses. Dieses Verfahren ist schon 2003 eingestellt worden.

Trotzdem sind die Urteile in ihrer Milde natürlich beschämend.

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