Die "Kredit" -Geschäfte der Constantia

13. November 2008, 21:14
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Privatbank muss Investor Rudolf Fries das Arsenal um 75 Millionen Euro abkaufen

Wien - Michael Havel, Haupteigentümer und Chef der Medizinlabors Futurelab, bestätigte einen Bericht des Standard, wonach seine Privatstiftung Duff von der Constantia Privatbank (CPB) im Sommer 2007 60 Mio. Euro "Kredit" bekommen habe. Glaubt man Insidern, stammt das Geld aus der Immoeast-Kapitalerhöhung vom Mai 2007.

Die Bank - der Kontakt kam über CPB- und Immofinanzchef Karl Petrikovics zustande - ließ Havel wissen, die Transaktion "über das Vehikel CSG Gamma" abwickeln zu wollen. Die 60 Mio. habe Havels Duff-Stiftung gebraucht, um der UIAG ihren 33 Prozent-Anteil an Futurelab abzukaufen und eine Umfinanzierung zu tätigen. Zudem habe er den Futurlab-Mitbegründer Gustav Scholda einen Anteil von knapp acht Prozent abgekauft. Der Kredit laufe noch bis 2010, die Zinsen (Euribor plus Aufschlag) seien jährlich fällig. Futurlab setzt 140 Mio. Euro um.

Insider vermuten, dass die CSG Gamma Konstruktion gewählt wurde, weil der Kredit die Großveranlagungsgrenze der Bank gesprengt hätte. Für den Kredit soll Havel seinen 58-prozentigen Anteil an FutureLab verpfändet haben. Laut Bilanz 2006 hat die CSG Gamma ein negatives Eigenkapital von 97.326,04 Euro, durch eine "Erklärung der Constantia Privatbank" bestünde aber keine Überschuldung. In den Rückstellungen sind Garantierückstellungen für Mindestmieterträge von 61.893,88 Euro (2005: Null) enthalten. Per Juni 2008 wurde die CSG Gamma an die niederländische Constantia Packaging B.V. abgetreten.

Fries zieht Put-Option

Die CPB dürfte heuer noch ein akutes Problem haben: Sie soll dem Investor Rudolf Fries Liegenschaft im Wiener Arsenal um 75 Mio. Euro abkaufen müssen. Diese Put-Option, die Fries besitzten soll, dürfte Teil des Deals mit Ex-CPB-Chef Karl Petrikovics sein. "Wenn dem so ist, wäre es ein Kundengeschäft und dazu sagen wir nichts" , erklärte ein CPB-Sprecher. Fries - er war für eine Stellungnahme nicht erreichbar - erwarb 2003 mit einem Konsortium die Liegenschaft mit knapp 4000 Wohnungen von der Bundesimmobiliengesellschaft um 145 Mio. Euro. Teile davon wurden bereits wieder verkauft. Fries hat auch eine Put-Option gegenüber der Packing B.V, die ihm seine Immofinanz-Aktien um sieben Euro (aktuell: 0,2 Euro) ab 2010 abkaufen müsste.

Laut Format klagt die Privatstiftung des Elektronik-Erben Christian Niedermeyer Immoeast, die CPB und Petrikovics auf vier Mio. Euro Schadenersatz. Begründung: "Wenig von dem stimmt, was Immoeast und CPB in den letzten Jahren erklärten." Die Stiftung hatte 400.000 Immoeast-Aktien um 8,25 bis 10,20 Euro gekauft. (Claudia Ruff/DER STANDARD Printaugabe, 14. November 2008)

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