Gefälschter Brief mit richtigem Inhalt

13. November 2008, 19:33
  • Einmal falsch, einmal echt: Das Faksimile des "Österreich"-Faksimiles.

    Einmal falsch, einmal echt: Das Faksimile des "Österreich"-Faksimiles.

  • Das echte Kündigungsschreiben an Elmayer.

    Das echte Kündigungsschreiben an Elmayer.

"Österreich" legte das Kündigungsschreiben vor - Der Schönheitsfehler an der Exklusivstory: Der Brief ist eine plumpe Fälschung

Wien - Wolfgang Fellner hat sich bei Ioan Holender bereits entschuldigt. Und kommenden Sonntag "werden wir das auch bei unseren Lesern tun". Schließlich sei es "ganz offensichtlich", so der Österreich-Chef zum Standard, "dass wir hier einen Fehler gemacht haben." Nachsatz: "Obwohl das eigentlich eine lässliche Sünde ist. Denn das von uns gedruckte Faksimile ist keine üble Fälschung, sondern ein ... (Pause) ... äh, wie immer sie es nennen wollen."

Denn in der Sache, betont Fellner, habe ja gestimmt, was im falschen Brief, den Österreich am Dienstag noch als authentisches Kündigungsschreiben Ioan Holenders an Thomas Schäfer-Elmayer, den (nun eben) ehemaligen "Alles Walzer"-Rufer des Opernballs, veröffentlicht habe: eben dass Elmayer geschasst sei.

Freilich sehen nicht alle Beteiligten in der grotesk hohe Wellen schlagenden Affäre um den unfreiwilligen Abgang des Benimm-Papstes die Sache so gelassen. "Wir werden rechtliche Schritte einleiten", erklärte der von Holender betraute Anwalt Daniel Charim - will sich aber nicht auf Details festlegen lassen: "Wir wollen das nicht öffentlich zelebrieren."

In jedem Fall sei offensichtlich, dass der von Österreich präsentierte Brief einen falschen Briefkopf und eine falsche Typografie aufweise. Ioan Holender habe daher gar nicht eigenhändig unterschreiben können.

Was in Holenders Umfeld für besonderes Erstaunen sorgt, ist der Umstand, dass in dem dem Brief zur Seite gestellten Artikel fast wortident jenes (dem STANDARD vorliegende) Schreiben abgetippt ist, das am 15. April 2008 per Einschreiben an Thomas Schäfer-Elmayer geschickt worden war.

"Leider" in Eile gedruckt

Der Druck, eine profil-Geschichte, von der Fellner behauptet, sie "nachweislich als Erster" gehabt zu haben, weiterzuziehen, dürfte groß gewesen sein: Man habe der Zeitung "einen Brief per Computer geschickt, dessen Inhalt uns Elmayer bestätigt hat". Diesen Brief habe man "leider" in der Eile abgedruckt, gibt sich Fellner zerknirscht: "Ich will mich gar nicht dazu äußern, wo das herkommt."

Aus der Verantwortung für die Veröffentlichung der Fälschung entlasse das die Zeitung aber nicht, betont die Medienanwältin Maria Windhager: Theoretisch könne Staatsoperndirektor Holender eine Gegendarstellung verlangen und - nicht zuletzt wegen Rufschädigung - auf Unterlassung klagen. Windhager: "Natürlich haftet eine Zeitung dafür, dass etwas, das als Original präsentiert wird, auch authentisch ist." (Thomas Rottenberg, DER STANDARD - Printausgabe, 14. November 2008)

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"Fellners Medien sind doch bekannt dafür, nicht unbedingt alles immer so ganz authentisch abzudrucken."

Das stimmt. Die Zeitung "Österreich" ist die einzige Zeitung, der ich überhaupt nicht über den Weg traue. Immer wenn ich an dieses Medium denke, fällt mir der Begriff "Beliebige Unfairness" ein.

Staats(opern)operette

Hat Österreich (mit und ohne Anführungszeichen) wirklich keine anderen Sorgen als den Herrn Ellmayer?

ich faend es gut,

wenn die beiden ungustln sich im schlamm-catch-ring treffen und stundenlang gegenseitig abwatschen wuerden.

fellner und holender?

elmayer und fellner? charim und elmayer?

"...die beiden ungustln..."

Ja, das hat was.

Der Vergleich mit dem Original macht die Lieblosigkeit der Fälschung deutlich. Ich hätte mir viel mehr Mühe damit gegeben, was auch den Vorteil gehabt hätte, dass Holender die Fälschung nicht hätte auffliegen lassen können, um sich nicht als Verfasser vergleichsweiser plumper, uninspirierter Kündigungsschreiben mit durchsichtiger Argumentation outen zu müssen - so aber schneidet er sogar besser ab.

UND?

Fellner droht zumindest nicht den Lehrern seiner Kinder, dass er ihnen die Karriere verbauen wird... Erst mal vor der eigenen Tür kehren...

des staatsoperndirektors sohn

hat hier wenig mit der sache zu tun

Ist ein Indiz, dass der Hörr Direktor ein Vollkoffer ist.

Er hat sich auch einmal über eine neue Verkehrslösung beschwert - noch bevor sie umgesetzt wurde.

Hauptsache wieder mal in der Schlagzeile...

Ist ja nicht das erste Mal!

Fellners Medien sind doch bekannt dafür, nicht unbedingt alles immer so gaaaaanz authentisch abzudrucken.

nau

das war gaaaanz siiicher das erste und allereinzigste mal (grosses fellner pfadfinderehrenwort) dass die ö was gefälschtes abgedruckt hat... *fadesaugmach*

burleske posse

eine seichte intrige in der affektierten 'besseren gesellschaft', freudig aufgegriffen vom selbstüberschätzten schmierenblatt und gewürzt mit kleinkrimineller phantasie.
wenns nicht um so einen dermaßen an den problemen der leute vorbeigehenden SCHAASS gehen würde wärs glatt ein SKANDAL, mon Dieu!

auf jeden fall ist das ganze ein zeichen schlechter kommunikation und organisation und damit ein nicht genügend gleich mal für die neue organisatorin.
nebstbei ist es ein zeichen schlechter manieren und das gerade gegenüber einem elmayer.
naja, so is bei uns, die ach so foine gesellschaft

Unglaublich

Das erfüllt eindeutig den Tatbestand der Dokumentenfälschung. (Unterschrift samt Briefkopf wurden zu einem erfundenen Brief kopiert). Ich hoffe Hollender wird den Rechtsweg gehen.

Jeder ist selbst dafür verantwortlich

welchen Mist er sich reinzieht....

wo ist das problem

inhaltlich wurde die aussage richtig gedruckt. nur wegen eines anderen textes so ein "bahö" zu machen ist wiedermal, so leid es mir tut dies klischeehaft rüberzubringen "typisch österreichisch"

Nein, nicht typisch österreichisch, sondern ...

... typisch Österreich.

Sie sind ein besonders kluger Mensch

gefälschte unterschrift. mangelnde journalistische sorgfaltspflicht. widerrechtliche benutzung eines briefkopfs.

in Eile

"Österreich" wird doch bestimmt immer "in Eile" gedruckt. Zumindest kommts mir so vor.

"Einen Brief per Computer schicken"

Da ist dann ein Packerl mit einem Rechner in der Post, und auf der Festplatte der Brief, oder wie?

.pdf machts möglich

willkommen im 21ten jahrhundert

Gewerbsmäßiger Betrug? Oder wird "Österreich" eh nur verschenkt?

Der Kongress tanzt. Intrigen, Fälschungen, Skandale ... Was folgt noch ? Pornografie in der Hofreitschule ? Ich bin erschüttert.

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