Tausende Ruandesen setzten Proteste wegen Kabuye fort

13. November 2008, 19:18
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Parlament verurteilt Festnahme in Deutschland als "Staatsstreich"

Kigali - In mehreren Städten in Ruanda haben am Donnerstag erneut Tausende Demonstranten gegen die Festnahme der ruandesischen Politikerin Rose Kabuye in Frankfurt am Main protestiert. In der Hauptstadt Kigali zogen die größtenteils jungen Demonstranten vom französischen Kulturzentrum in Richtung deutsche Botschaft. Der Protestzug sei jedoch mehrere hundert Meter vor dem Botschaftsgebäude von den ruandesischen Sicherheitskräften gestoppt worden. Auch in der nördlichen Stadt Musanze, im südlichen Huye und in Rusizi im Westen des Landes gingen wütende Menschen auf die Straße.

Das ruandesische Parlament verurteilte am Donnerstag die Festnahme als "Staatsstreich" und sprach von einer "Missachtung der Afrikaner". Der deutsche Botschafter Christian Clages sollte nach Angaben des Auswärtigen Amtes noch am Donnerstagabend aus Ruanda ausreisen. Die ruandesische Regierung hatte Clages am Dienstag aufgefordert, das Land binnen 48 Stunden zu verlassen. Zudem berief Ruanda seinen Botschafter in Deutschland zu Beratungen in die Heimat zurück.

Kabuye war am Sonntag von den deutschen Behörden festgenommen worden, weil sie auf Veranlassung Frankreichs mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wurde. Paris hatte einen internationalen Haftbefehl gegen die enge Vertraute von Staatschef Paul Kagame erwirkt, weil sie in einen Mordanschlag auf den damaligen ruandesischen Präsidenten Juvénal Habyarimana 1994 verwickelt gewesen sein soll. Der Präsident war beim Absturz seines Flugzeugs ums Leben gekommen. Nach dem Absturz hatte der Völkermord in Ruanda eingesetzt, dem in dem ostafrikanischen Land mehr als 800.000 Menschen zum Opfer fielen. (APA/AFP)

 

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