Prater-Vorplatz: SPÖ, wie immer unfehlbar

13. November 2008, 18:59
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Die Wiener Stadtregierung hat ein massives Problem damit, für eigene Fehler geradezustehen - Von Martina Stemmer

Nun ist es also amtlich: Die Wiener Stadtregierung hat am Eingang zum Prater nicht nur ein bisschen herumgewurstelt, sondern einer ganzen Reihe von gravierenden Fehlplanungen zugesehen. Mit der Errichtung des neuen Entrees demonstrierte die alleinregierende SPÖ unfreiwillig, was im Rahmen eines nicht ganz öffentlichen und doch nicht ganz privaten Millionenprojekts alles schiefgehen kann. Das bestätigt nun auch das Wiener Kontrollamt.

Begonnen hat alles damit, dass eine kleine Firma, die kaum Erfahrung auf diesem Gebiet vorweisen konnte, mit Planung, Umsetzung und Bauorganisation beauftragt wurde. Die zuständige Stadträtin Grete Laska tat eine Ausschreibung damals als unnötig ab. Jetzt bestätigen die unabhängigen städtischen Prüfer: Nur weil die Gemeinde nicht unmittelbar als Auftaggeberin aufscheint, bedeutet das nicht, dass das Vergabegesetz ignoriert werden darf.

Dass die ausgewählte Firma dem Projekt nicht gewachsen war und deshalb in die Insolvenz rutschte, ist freilich nicht allein Laskas Schuld. Ihre Reaktion zeigt aber, dass die Wiener SPÖ ein massives Problem damit hat, für eigene Fehler geradezustehen. Laska leugnete schlichtweg jede Verantwortung für das Projekt - obwohl die Kulissenbauten, die um jeden Preis bis zur EURO stehen sollten, ursprünglich ihre Idee waren. Auch jetzt, nachdem das Kontrollamt bestätigte, dass die Kritik der Opposition berechtigt war, geht sie auf Tauchstation und lässt ausrichten, einiges habe man auch richtig gemacht. Der Umgang der Roten mit dem zur Hälfte von Steuergeldern finanzierte Projekt macht den Pratervorplatz vollends zum Debakel. (Martina Stemmer, DER STANDARD - Printausgabe, 14. November 2008)

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