Justiz ermittelt gegen Verzetnitsch

13. November 2008, 18:34
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Nach dem BAWAG-Prozess ermittelt die Justiz nun wegen eines Abschiedsgeschenks für Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner

Wien - Nach dem BAWAG-Prozess, wo es um durch Spekulationen verlorenes Bankvermögen in Milliardenhöhe ging, ermittelt die Justiz nun wegen eines Abschiedsgeschenks für Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner. Laut "Kurier" (Freitagausgabe) rückt eine Anklage gegen Ex-ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch damit in greifbare Nähe, aus Justizkreisen wurden lediglich Ermittlungen bestätigt. Für Verzetnitsch gilt die Unschuldsvermutung, ob es überhaupt zu einer Anklage kommt ist unklar.

Bei seiner Pensionierung im Jahr 2003 erhielt Elsner das Bild "Deux Personnages" von Karel Appel geschenkt, das zuvor jahrelang in seinem Büro in der BAWAG-Zentrale über seinem Schreibtisch gehangen war. Die Bank hatte das Bild im Jahr 1996 um 62.000 Euro ersteigert. Zu Elsners Abschied legten der ÖGB, Elsners Vorstandskollegen sowie die damals an der BAWAG beteiligte BayernLB zusammen (je 5.000 Euro), kauften der BAWAG das Bild ab und schenkten es Elsner.

Geprüft werde nun eine Anklage wegen Verdachts der Untreue gegen Elsner, Verzetnitsch und Ex-BAWAG-Aufsichtsratspräsidenten Günter Weninger, schreibt der "Kurier". Elsner ist in erster Instanz nicht rechtskräftig zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt, Weninger nicht rechtskräftig zu zweieinhalb Jahren Haft, davon zwei Jahre bedingt. Angesichts des eher geringen Betrages eines möglichen Schadens dürften die beiden kaum betroffen sein. Verzetnitsch war im BAWAG-Verfahren kein Angeklagter, sondern Zeuge. (APA)

 

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    Ex-ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch

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