Windows Live wird zur Bassena

13. November 2008, 17:07
23 Postings

Microsoft stattet seine Windows Live Services mit von Facebook entlehnten Social Networking Funktionen aus - Das soll die Nutzer enger an die Angebote binden

Microsoft versucht sein Glück mal wieder, seine Online-Dienste attraktiver zu machen. Der Köder an der Angel, mit der möglichst viele neue Nutzer auf die Windows Live-Plattform gelockt werden sollen: Social Networking. Das überarbeitete Dienste-Netzwerk mit Blog, Suchmaschine, virtuellem Globus, Instant Messenger Mailprogramm Hotmail und anderem mehr, hat sich dabei eine große Scheibe von dem populären Freunde-Plattform Facebook abgeschnitten. So bietet es mit den Windows Live Groups die Möglichkeit, Team- und Clubmitglieder oder Freunde in Gruppen zu bündeln, um online miteinander zu arbeiten oder sich einfach nur auszutauschen. Jede Gruppe erhält dabei eine zentrale Webseite mit Gruppen-Profil, Mitgliederverzeichnis und Newsfeed sowie gemeinsamen Speicherplatz von 25 GB für Fotos, Kalender und Dateien, auf die alle Gruppen-Mitglieder jederzeit Zugriff haben.

Personalisierungsmöglichkeiten

Ebenfalls neu: Mit dem integrierten News-Feed werden User von Microsoft über Neuigkeiten aus ihrem sozialen Netzwerk informiert. Derzeit bestehen Partnerschaften mit mehr als 50 Webservices wie Yahoos Fotoseite Flickr, LinkedIn, Twitter aber auch Amazon, die nach und nach ausgebaut werden sollen. Wer also innerhalb dieser Netzwerke etwas neu einstellt oder ändert, wie Fotos oder seinen Status, kann dies mit seiner Windows Live Messenger Community teilen und für sie nutzbar machen. Darüber hinaus bietet der Messenger Personalisierungsmöglichkeiten durch Favoriten, gestaltbare Hintergründe und persönliche Anzeigebilder. Das Live-Erneuerung lässt auch erstmals externe Unternehmen zum Zug kommen, die neue Services rund um die Plattform entwickeln können.

MySpace und Facebook

Auch wenn Microsoft mit dem neuen Live-Diensten hofft, den einen oder anderen Nutzer von populären sozialen Sites wie MySpace oder Facebook (an dem der Softwarekonzern einen Anteil von 1,6 Prozent hält) abzuziehen, geht es dabei in erster Linie um dem Kampf mit Rivalen Google. Der Suchmaschinenkonzern dominiert nicht nur das Geschäft mit Online-Werbeanzeigen, sondern gewinnt auch für seinen Maildienst Gmail zunehmend Nutzer.
Einer der erwünschten Nebeneffekte, der mit der um neue Features angereicherten Plattform erreicht werden soll: Je mehr Angebote auf einem Platz vorhanden sind, umso länger verweilt der Nutzer dort - was auch bei Online-Inserenten auf fruchtbaren Boden fallen dürfte.

460 Millionen User

Laut Microsoft gibt es derzeit weltweit 460 Millionen Windows Live User, den Großteil davon außerhalb des US-Marktes. Die überarbeitete Plattform soll in den kommenden Wochen zunächst in den USA, anschließend in 54 anderen Ländern und 48 Sprachen verfügbar gemacht werden. (KarinTzschentke, DER STANDARD Printausgabe, 14. November 2008)

 

 

  • "Bassena" - Microsoft fügt zu seiner Sammlung von Online-Services jetzt auch noch Social-Web-Funktionen hinzu - auf dass der User dort möglichst lange verweile.

    "Bassena" - Microsoft fügt zu seiner Sammlung von Online-Services jetzt auch noch Social-Web-Funktionen hinzu - auf dass der User dort möglichst lange verweile.

  • Artikelbild
Share if you care.