Comédie-Francaise verzichtet auf Expansion

13. November 2008, 16:39
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Plan für Spielstätte in Pariser Vorort Bobigny wird fallengelassen

Paris - Frankreichs berühmtestes Theater, die Comédie-Francaise, wird sich nicht in den Norden von Paris erweitern. Wie die Tageszeitung "Le Monde" berichtet, hat die Comédie-Française auf ihren Plan, eine zusätzliche Spielstätte in dem Vorstadttheater Bobigny MC93 zu eröffnen, verzichtet. "Wir gehen nicht nach Bobigny. Noch bevor das Projekt eingehend studiert wurde, wurde es denunziert und verleumdet", sagte Intendantin Muriel Mayette.

Der Plan der 1680 von Ludwig XIV. gegründeten Comédie-Française löste heftige Kritik aus. Patrick Sommier, Leiter des MC93, in dem Christoph Marthaler, Frank Castorf und Peter Sellars ihre Werke gezeigt haben, befürchtete, von dem Traditionshaus verschluckt zu werden. Auch Schauspieler und Regisseure wie Ariane Mnouchkine, Jane Birkin und Ariel Goldenberg protestierten gegen das Vorhaben, zumal Frankreichs Kulturministerin Christine Albanel zuvor das Vorstadttheater wegen der rückläufigen Besucherzahlen kritisiert hatte.

"Wenn man seinen Hund töten will, dann sagt man, er hat Tollwut. Das ist nicht sehr fair, am Image des MC93 zu kratzen. In sieben Jahren hat man mir nur 28.000 Euro mehr Geld zugewiesen. Wir sind gezwungen, unser Angebot zu reduzieren", verteidigte sich Sommier. (APA/dpa)

 

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