Kein Ballack, kein Frings

13. November 2008, 15:33
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Deutsche im Klassiker gegen England ohne Teamchef-Kritiker - Drei Neulinge im Aufgebot

Frankfurt/Main - Kein Ballack, kein Frings, kein Metzelder - aber dafür gleich drei Neulinge: Mit einer überraschenden Debütanten-Welle hat der deutsche Fußball-Teamchef Joachim Löw seinen neuen, harten Kurs fortgesetzt und manch etablierten Kräften vor dem Jahresabschluss am 19. November in Berlin (20.45 Uhr/live ZDF) gegen England nochmals einen deutlichen Denkzettel verpasst.

Mit der erstmaligen Nominierung von Marvin Compper und Tobias Weis vom Bundesliga-Aufsteiger TSG 1899 Hoffenheim und Marcel Schäfer vom VfL Wolfsburg setzte Löw nach den Krisenwochen ausgerechnet vor dem Fußball-Klassiker ein Signal. "Wir wollen das letzte Spiel des Jahres noch einmal dazu nutzen, um das eine oder andere auszuprobieren und für das neue Jahr entsprechende Eindrücke zu gewinnen", sagte Löw am Donnerstag.

Die drei Neuen hätten die Nominierung durch Leistungen verdient, so der frühere Tirol- und Austria-Trainer. Über das Fehlen seiner in Krisengesprächen geläuterten Kritiker Ballack und Frings sowie des suspendierten Kuranyi verlor Löw kein Wort. Ballack ist nach seinen Fußoperationen Mitte Oktober offenbar weiterhin nicht einsatzfähig, obwohl der Heilungsverlauf laut ursprünglicher Diagnose schon abgeschlossen sein sollte. Frings hatte schon vor der Kaderbekanntgabe verkündet, dass er auf einen Einsatz wegen des "zuletzt entstandenen Theaters" verzichten wolle.

Ballack und Frings werden dennoch nach Berlin reisen. Als maßgebliche Mitglieder des Mannschaftsrates werden sie am Montag mit DFB-Präsident Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach über die Prämien für die bereits laufende WM-Qualifikation verhandeln. Auch der lange verletzte - und deshalb nicht nominierte - Philipp Lahm wird aus diesem Grund zum DFB-Tross stoßen.

Das Trio wird wie die 20 Spieler im England-Kader - zu denen auch wieder die zuletzt nicht berücksichtigten Andreas Hinkel und Marko Marin gehören - auch der Grundsatzrede Löws lauschen müssen. Der Teamchef will nach den Querelen der vergangenen Wochen in einer Ansprache "seine Erwartungen für die nächsten Spiele auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Südafrika" darlegen, hieß es in der Verbandserklärung. Mit deutlichen Worten des Chefcoaches ist im DFB-Quartier zu rechnen. (APA/dpa)

 

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    Denkzettel für die Etablierten, verabreicht von Jogi Löw.

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