Mädchenmangel in Asien

13. November 2008, 15:25
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Wird es ein Bub oder ein Mädchen? Eine Frage, die wohl fast allen werdenden Eltern gestellt wird und die sie sich auch selbst stellen. Lautet die Antwort ein Mädchen, so kommt das für viele Paare in asiatischen Ländern jedoch beinahe einer Katastrophe gleich.

Die Gründe dafür sind vielfältig und meist traditionell begründet. In vielen asiatischen Ländern ist es der Mann, der den Familienbesitz erbt und sich um die Eltern zu kümmern hat. Für Frauen auf der anderen Seite, müssen die Familien oft große Summen bei der Hochzeit aufbringen.

Frauen fehlen

In China gilt die Ein-Kind Politik und viele Paare haben den Wunsch einen Sohn zu bekommen. Es kommt daher nicht selten vor, dass Frauen versuchen Söhne zu gebären und das weibliche Föten oft abgetrieben werden. In China lag das Verhältnis zwischen Jungen- und Mädchen-Geburten im Jahr 2005 bei schätzungsweise 120 zu 100 in manchen Provinzen sogar bei mehr als 130 zu 100.

In Indien wurde 2001 ein Verhältnis von 108 zu 100 festgestellt, in einigen Regionen von 120 zu 100. Im Jahr 2005 fehlten einem UN-Bericht zufolge bereits ca. 163 Millionen Frauen im Vergleich zum weltweiten Verhältnis der Geschlechter.

Neben den Abtreibungen sorgen auch schlechtere medizinische Versorgung, kürzere Stillzeiten und in extremen Fällen Kindstötungen dafür, dass die Todesrate bei Mädchen wesentlich höher als jener der Buben ist, womit sich das Verhältnis weiter verschlechtert.

Diskussion

Ob sich die Situation gebessert hat, was die Regierungen der einzelnen Staaten unternehmen und welche internationalen Initiativen es zur Verbesserung der Situation von Mädchen in Asien gibt sollen im Mittelpunkt der ega-Diskussion "Sag mir wo die Mädchen sind" am 27. November stehen. Nach dem Vortrag bietet sich die Möglichkeit zur Diskussion. (red)

Sag mir, wo die Mädchen sind - Mädchenmangel in Asien

Donnerstag, 27. November, 19 Uhr bei freiem Eintritt im ega, Windmühlgasse 26 , A-1060 Wien

Begrüßung: Abg.z.NR Petra Bayr – SPÖ Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung
Moderation: Helga Neumayer – Redakteurin der Frauensolidarität und women on air        
Vortrag von: Brigitte Voykowitsch  – freie Print- und Radiojournalistin, Asienexpertin

Anmeldung und Information unter E-Mail oder 01/ 589 80 423

  • Die von den Wiener SPÖ-Frauen, dem Renner-Institut, dem ega und Petra Bayr initiierte Veranstaltungsreihe "femmes globales" diskutierte verschiedene frauenspezifische Themen mit internationalen
Expertinnen. Diesmal ist der Frauenmangel in Asien Thema.
    flyer ega/femmes globales
    Foto: Flyer ega/femmes globales

    Die von den Wiener SPÖ-Frauen, dem Renner-Institut, dem ega und Petra Bayr initiierte Veranstaltungsreihe "femmes globales" diskutierte verschiedene frauenspezifische Themen mit internationalen Expertinnen. Diesmal ist der Frauenmangel in Asien Thema.

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