Nur mit "FC Janko" hatte Ried Probleme

13. November 2008, 14:58
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Salzburger "Bullen" gebremst, aber der Stürmer trifft und trifft - Ried-Trainer Gludovatz hatte nur Angst um ein gutes Achterl - Entscheidung über Herbstmeister vertagt

Ried/Wien - Die SV Josko Ried hat am Mittwochabend im Heimspiel mit dem 2:2 verhindert, dass Gegner Red Bull Salzburg als Herbstmeister die Heimreise antrat. Vor der 18. Runde, der "Halbzeit" der Titeljagd, haben die Festspielstädter aber trotzdem die besten Chancen auf diesen inoffiziellen Titel. Vor dem Heimspiel am Wochenende gegen Austria Kärnten weisen sie zwei Punkte Vorsprung auf den SK Sturm Graz, der die Rieder empfängt, und die bessere Tordifferenz (24 bzw. 21) auf.

Nach den Erfolgen gegen Meister Rapid, Austria und Sturm verlangten die Rieder im Mittwochschlager auch dem Tabellenführer alles ab, bremsten ihn mit dem Remis nach sieben Siegen in Folge ein. Die Hausherren bewiesen nicht nur ihre Heimstärke (zu Hause mit sechs Siegen, drei Remis noch ungeschlagen) und Moral (zweimal einen Rückstand egalisiert), sondern überzeugten auch mit offensivem und temporeichem Fußball. Dieser war ihnen von einigen Leuten abgesprochen worden.

Paul Gludovatz war mit dem Punkt nicht zufrieden. "Wir hätten klar gewinnen müssen, vor beiden Gegentoren haben wir Geschenke verteilt. Aber gegen den FC Janko hatten wir leider ein Problem", meinte der Ried-Tainer, dessen Truppe "Showtime bieten wollte und Showtime auch geboten hat". Die Angst, im VIP-Club kein gutes Achterl Burgenländer zu bekommen wäre größer gewesen als die Angst vor den Salzburgern, gestand der Burgenländer nach dem Schlusspfiff.

Patzer der Innviertler

Kapitän Herwig Drechsel, der das 0:1 durch einen Patzer eingeleitet hatte, sagte: "Wir haben gefightet, Moral bewiesen und den Punkt mehr als verdient." Der Mittelfeldspieler stieg trotz des Rieder Laufs auf die Bremse. "Wir müssen auf dem Boden bleiben, haben nun zwei Auswärtsspiele und müssen uns wieder beweisen." Salzburgs Torjäger Marc Janko gab nach seinen Saisontreffern Nummer 21 und 22 zu: "Das Spiel ist nicht ganz nach unseren Vorstellungen gelaufen, aber angesichts der Rieder Heimstärke muss man mit dem Punkt zufrieden sein."

Der 25-Jährige mit der Rückennummer 21, derzeit bester Vollstrecker Europas und deshalb auch begehrt, wurde von einigen Scouts beobachtet. Das sei ihm allerdings völlig egal. "Ich plane gar nichts, konzentriere mich voll auf Salzburg und lasse alles auf mich zukommen", meinte der Blondschopf zum internationalen Interesse an ihm. Sein derzeitiger Trainer Co Adriaanse weiß, was er an seinem Stürmer hat. "Er war heute wieder sehr, sehr wichtig für uns", lobte der Niederländer, der im Finish für Gercaliu mit Vonlanthen einen weiteren Offensiven gebracht und alles versucht hatte.

Janko stellte seinen Torriecher eindrucksvoll unter Beweis. Nachdem er nach dem Drechsel-Patzer und der Vorlage von Pitak vor dem 1:0 leichtes Spiel hatte, tanzte er vor dem 2:1 im Rieder Strafraum herum und schoss den Ball dann überlegt ein. "Das zweite hat er wirklich super gemacht. Er ist ruhiggeblieben und hat den Tormann ausgespielt. Mit diesem Treffer hat er unterstrichen, dass er nicht nur einfache, sondern auch komplizierte Bälle verwertet", sagte Adriaanse. (APA)

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