Galaktische Fotosafaris

14. November 2008, 10:42
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Erstmals Aufnahmen von einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems im sichtbaren Licht - im Sternbild Pegasus knipste man gleich drei Planeten

Garching/Washington - Bis vor wenigen Tagen hielt man bei 322. Und mittlerweile werden es nahezu wöchentlich mehr. Die Rede ist von Exoplaneten, also Planeten, die in vielen Lichtjahren Entfernung um andere Sterne kreisen als unsere Sonne. Die enormen technischen Fortschritte machten es nun erstmals möglich, einen Exoplaneten sogar im Spektrum des sichtbaren Lichts aufzunehmen.

Fomalhaut b, wie die Astronomen um Paul Kalas von der kalifornischen Universität Berkeley den fernen Trabanten nennen, kreist um den mit 25 Lichtjahren vergleichsweise nahen Stern Fomalhaut am Südhimmel. Er ist den Berechnungen zufolge etwa dreimal so massereich wie Jupiter, der größte Planet unseres eigenen Systems. Für eine Umrundung seiner Sonne braucht er 872 Jahre.

Astronomen hatten seit langem einen Planeten bei Fomalhaut vermutet. Doch erst jetzt ließ sich der Trabant ablichten. Er erscheint als winziges Lichtpünktchen in einer riesigen Staubwolke, die Fomalhaut umgibt. Für die Aufnahmen musste die Sonne, die 100 Millionen Mal heller ist als der Planet, mittels komplizierter optischer Tricks ausgeblendet werden, wie die Astronomen im Fachjournal Science (online vorab) berichten.

Bilder eines Exoplanetentrios

Astronomen kennen mittlerweile zehn Sonnensysteme mit drei oder mehr Exoplaneten, die bislang aber nur indirekt - nämlich durch ihre verändernde Wirkung auf die Schwerkraft ihrer jeweiligen Sonnen - beobachtet werden konnten.

Ebenfalls in der aktuellen (online) Ausgabe des Magazins Science veröffentlicht nun ein anderes nordamerikanisches Astronomenteam erstmals Bilder eines ganzes Exoplanetensystems: nämlich von drei Riesenplaneten, die im Sternbild Pegasus die Sonne HR 8799 umkreisen.

Wie die Forscher um Christian Marois vermelden, sei das Trabantentrio des rund 130 Lichtjahre entfernten Sterns erst vor rund 60 Millionen Jahren entstanden und glühen noch im Infrarotlicht. (Klaus Taschwer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. November 2008)

  • Eine Nadel im Staubwolkenhaufen: Planet Fomalhaut b auf dem langen Weg um seinen für das Foto ausgeblendeten Stern (Bildmitte).
    bild: paul kalas/uc berkeley; stsci

    Eine Nadel im Staubwolkenhaufen: Planet Fomalhaut b auf dem langen Weg um seinen für das Foto ausgeblendeten Stern (Bildmitte).

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