Suche nach außerirdischem Leben "ein ungemein schwieriges Unterfangen"

13. November 2008, 13:44
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Das SETI-Projekt hält das Auffinden von Außerirdischen bereits im Jahr 2025 für möglich

San Francisco - Aufgrund der ständig zunehmenden Rechenleistung von Computern wird es der Menschheit bereits im Jahr 2025 möglich sein, intelligentes außerirdisches Leben ausfindig zu machen. Zu dieser Einschätzung kommt Seth Shostak, US-amerikanischer Astronom und einer der führenden Köpfe des SETI-Projekts, das mit Teleskopen und Raumsonden gewonnene Daten nach Spuren außerirdischer Zivilisationen untersucht. "Wir werden E.T. innerhalb der nächsten zwei Dutzend Jahre finden", zitiert Cnet aus einer Rede Shostaks. Voraussetzung sei aber, dass die Mutmaßungen der Wissenschaftler am SETI-Institut korrekt sind.

Der Astronom verweist zur Untermauerung seiner Prognose auf Berechnungen der zukünftigen Rechenpower von Prozessoren auf Basis von Moores Gesetz - einer Faustregel der Computerbranche, die besagt, dass sich durch den technischen Fortschritt die Komplexität von integrierten Schaltkreisen etwa alle 18 Monate verdoppelt.

Kommunikation

"Wenn unsere gegenwärtigen Annahmen in Bezug auf die Rechenleistung und die Stärke der zukünftigen Forschungsinstrumente zutreffen, sollten wir es bis zum Jahr 2025 schaffen, das Universum von der Erde aus bis zu einer Entfernung von 500 Lichtjahren nach außerirdischem Leben abzusuchen", erklärt Shostak. Nach Auffassung des US-Astronomen müsste diese Distanz ausreichend sein, um den Beweis für Leben zu finden, das intelligent genug ist, dem Menschen gegenüber die eigene Existenz zu kommunizieren.

Als Grundlage seiner Prognose bezieht sich Shostak dabei auf eine Schätzung des bekannten US-amerikanischen Astronomen und Astrophysikers Frank Drake. Dieser geht davon aus, dass alleine in unserer Galaxie rund 10.000 Zivilisationen existieren könnten, die fähig sind, Sendegeräte zur Übertragung von Funksignalen zu entwickeln.

"Ein ungemein schwieriges Unterfangen"

"Es ist eine faszinierende Vorstellung, durch den Blick ins Weltall anderes Leben zu entdecken. In der Realität ist das aber ein ungemein schwieriges Unterfangen", stellt Rudolf Dvorak, Professor am Institut für Astronomie der Universität Wien im Gespräch fest. In diesem Zusammenhang seien gleich mehrere problematische Faktoren zu bedenken. "Wenn man etwa den in astronomischen Maßstäben relativ kurzen Zeitraum bedenkt, in dem eine Zivilisation in der Regel existiert und auch die langen Zeiten in die Überlegung miteinbezieht, die ein Radiosignal für die Reise durch den Weltraum benötigt, ist das Auffinden außerirdischen Lebens überaus unwahrscheinlich", betont Dvorak. Die Wissenschaftler der Erde müssten schon enormes Glück haben und zum richtigen Zeitpunkt die richtige Stelle im Kosmos beobachten, um eine derartige Entdeckung zu machen.

"Prinzipiell wäre ich natürlich gerne dazu bereit, solchen Vorhersagen Glauben zu schenken. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass es keinen Sinn macht, derart konkrete Zeitpunkte für eine erste Kontaktaufnahme mit außerirdischem Leben festzulegen", kritisiert Dvorak. Der persönlichen Einschätzung des Astronomen zufolge werde dieses Ziel in diesem Jahrhundert vermutlich noch unerreicht bleiben. "Der technische Fortschritt allein kann die oben genannten Schwierigkeiten sicherlich nicht lösen", gibt Dvorak abschließend zu bedenken. (pte)

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